Reisende müssen weiter draußen bleiben

LÜDENSCHEID ▪ Das Problem, am Bahnhof keine Warteräume oder Toiletten nutzen zu können, bleibt Fahrgästen der Bahn vorläufig erhalten. Denn weder die Fachhochschule noch das Finanzamt wollen künftig diese Funktionen in ihren Gebäuden übernehmen.

Das ergaben jetzt Anfragen der Stadtverwaltung, die damit einem Antrag des unabhängigen Ratsherrn Peter Oettinghaus entsprochen hatte. Wie Pressesprecher Wolfgang Löhn auf Anfrage mitteilte, habe die Fachhochschule jedoch erklärt, dass sie nicht über einen echten Catering-Bereich verfüge. Ihr Foyer wäre zudem schlicht zu klein für einen Publikumsverkehr. Gleiches gelte für die sanitären Anlagen, die obendrein im ersten Stock liegen.

Sogar erst im vierten Obergeschoss liegt die Kantine des Finanzamtes, eben weil auch sie nicht für Publikumszwecke geschaffen sei, erklärte die Behörde auf die Anfrage der Stadtverwaltung. Mit den eigenen Öffnungszeiten sei ein solcher Service zudem schwerlich zu vereinbaren.

Im Erdgeschoss sei keine Fläche für Aufenthalte von Fahrgästen einzurichten, und das Bürgerbüro im ersten Stock diene der Abgabe von Steuererklärungen. Gerade in Bereichen wie diesen, wo es auch auf Diskretion ankomme, könne eine Freigabe für Fahrgäste, die aktuell nichts mit Finanzangelegenheiten zu tun hätten, auch Datenschutzprobleme mit sich bringen. Im Klartext: Zufallsgäste auf den Fluren könnten auch Dinge mitbekommen, die nicht für ihre Ohren bestimmt sind.

Reisenden warten somit weiterhin draußen – auch auf den zwischenzeitlich wieder in Aussicht gestellten Neubau des Kopfbahnhofs, der seinerseits auf sich warten lässt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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