Zehn Tage Quarantäne für Ungeimpfte

Reisebüros im MK: Corona hält Spanien-Urlauber nicht ab

Playa de Palma auf Mallorca im zweiten Jahr der Corona-Pandemie im Frühsommer 2021
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Playa de Palma auf Mallorca im zweiten Jahr der Corona-Pandemie

Die Coronazahlen in Spanien sind aktuell sehr hoch. Von einer stark nachlassenden Buchungsnachfrage ist in den Lüdenscheider Reisebüros noch nichts zu spüren. Allerdings haben Ungeimpfte mit Einschränkungen zu rechnen.

Lüdenscheid – „Unsere Spanien-Angebote werden weiter geführt“, erklärt Axel Kleinschmidt vom First Reisebüro in der Innenstadt. Er befürwortet die Einreise nach Spanien weiterhin, da die Hygienekonzepte der Hotels sehr effektiv seien. Von seinen internen Quellen wüsste er, dass circa 30 Prozent der Urlauber ihren Spanienurlaub storniert hätten. Dies seien oft Familien mit Kindern. Die Regelung für Reiserückkehrer besagt derzeit, dass Ungeimpfte zehn Tage in Quarantäne müssen, sich aber nach fünf Tagen testen lassen können und somit von der Quarantäne befreien.

Viele Leute ohne Impfung haben diese Zeit allerdings nicht und weil Kinder nicht geimpft werden dürfen, müssten sie zwangsläufig in Quarantäne. Ein Unterschied zu vergangenem Jahr sei laut Kleinschmidt, dass viele Leute nicht einfach stornieren, sondern auf andere Länder umbuchen. Er vermutet: „Die Leute möchten in den Urlaub, weil viele im vergangenen Jahr schon in Deutschland geblieben sind.“ Viele buchen ihre Reisen nun in Länder, nach denen keine Quarantänepflicht ansteht. Dies sind aktuell unter anderem Bulgarien, Kroatien und die Türkei.

Axel Kleinschmidt vom First Reisebüro in Lüdenscheid.

„Das Problem ist, das wir keine Glaskugel haben und nicht vorhersagen können, wo die Inzidenz dann plötzlich steigt und wo es dann eine Quarantänepflicht gibt.“ Die Arbeit des Reisebüromitarbeiters bestehe mittlerweile „zu 50 Prozent aus Reise- und zu 50 Prozent aus Coronaberatung“. Die Einbußen des vergangenen Jahres seien verheerend und könnten auch dieses Jahr nicht ausgeglichen werden, erklärt er. Das Ziel sei es, dieses Jahr die Hälfte des Umsatzes von 2019 zu erreichen.

Josefa Meyer war lange Büroleiterin eines Reisebüros in Lüdenscheid und ist nun Büroleiterin des Reisebüros Reiseland in Schalksmühle. Auch die Reisestornierungen, die bei ihr eintreffen, sind meistens von Familien mit Kindern. Sie selbst ist Spanierin und sagt: „In Spanien gibt es keine Kurzarbeit wie in Deutschland und die Leute der Tourismusbranche werden nicht unterstützt.“ Das bedeutet, dass an der Arbeit in der Tourismusbranche aktuell viele Existenzen hängen.

Ein grundlegendes Problem sei, ihrer Meinung nach, dass es in Spanien noch immer eine Impfpriorisierung gibt. Nur Leute, die älter als 35 Jahre sind, können sich dort aktuell impfen lassen, doch es seien viel mehr die Jüngeren, die sich treffen und nicht an die Regeln halten. Damit man als Reisender sorglos aus Deutschland nach Spanien reisen kann, könne man eine Coronaversicherung abschließen. Diese existiert für den Fall, dass man in Spanien als Kontaktperson in Quarantäne muss und nicht ausreisen darf. Sie deckt beispielsweise die Hotelkosten und den Rückflug.

„Das Geschäft im Mai und Juni hat bei uns das Niveau von 2019 erreicht“, erklärt Meyer. Ihrer Meinung nach kann man dank der guten Hygienekonzepte sorglos reisen, weshalb sie auch den Standpunkt vertritt, dass die Reisewarnungen zu schnell ausgesprochen werden. Der Inzidenzwert in Spanien sei nicht der wichtigste Wert. Die Corona-Lage werde nach freien Krankenhausbetten in den normalen und in den Intensivstationen beurteilt. Dies sei der wirklich wichtige Wert.

Angelika Klöpping vom Reisebüro Holiday Land in Lüdenscheid.

Bei Angelika Klöpping vom Reisebüro Holiday Land im Stern-Center haben auch einige Familien ihre Reisen absagen müssen. Was sie an der Situation nicht fair findet ist, „dass alle Urlauber über einen Kamm geschoren werden“, also dass man zum Beispiel auf Mallorca nicht zwischen Party- und verantwortungsbewussten Familienurlaubern unterscheidet. Sie erläutert: „Viele Hotels haben aus Angst nicht wieder geöffnet. Wenn sie öffnen und dann doch wieder schließen müssen, kommt das Geld, das sie für die Eröffnung ausgegeben haben, nicht wieder rein.“ Von ihren Kunden sei im Urlaub bisher niemand erkrankt.

Von Fabienne Schwarzer

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