Reinigung an Schulen und Kitas unter der Lupe

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Wird die Reinigung in städtischen Schulen und Kitas von privaten Firmen wieder auf die Stadt übertragen?

Lüdenscheid - Angesichts unbefriedigender Leistungen legt die „Ampel“ aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP am Dienstag im Schul- und Sportausschuss (17 Uhr im Großgruppenraum der Theodor-Heuss-Realschule) einen Prüfauftrag vor: Es geht darin um die Rekommunalisierung der Reinigung in Schulen und Kindertagesstätten.

Wörtlich heißt es darin: „Die Stadtverwaltung wird beauftragt zu prüfen, zu welchen finanziellen Bedingungen die Reinigung in den städtischen Schulen und Kindertagesstätten wieder rekommunalisiert werden kann. Zu Grunde zu legen sind die derzeit aktuellen Leistungsverzeichnisse für die Reinigung von Schulen und Kindertagesstätten. Über die Ergebnisse der Prüfung berichtet die Verwaltung der Politik bis zum Jahresende 2017.“

In der Februar-Sitzung des Schul- und Sportausschusses war das Thema kontrovers diskutiert worden. Hintergrund war eine Begehung von Kark-Heinz Spangenberg, Hausinspektor im Rathaus, und Cem Demir, Abteilungsleiter Immobilienwirtschaft bei der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW), gewesen. Ihr Fazit: Das Reinigungspersonal habe zu wenig Zeit, um die städtischen Räume komplett zu reinigen. Dokumentiert hatten sie die Mängel mit Bilder von verdreckten Fluren und Klassenräumen, in denen Essensreste und Papier auf dem Boden lagen und auch die Stühle nicht hochgestellt waren, damit die Putzkräfte die Flächen ohne Hindernisse säubern konnten.

„Eine grundlegende Besserung sei nicht in Sicht“, heißt es in dem Prüfantrag. Immer wieder werde man als Kommunalpolitiker von Eltern darauf angesprochen. „Die eingekauften Leistungen führen in der Praxis dazu, dass die Reinigungskräfte einem sehr hohen Arbeitsdruck (zu wenig Zeit für die zu reinigenden Flächen) ausgesetzt sind. Auch die technische Ausstattung der Reinigungskräfte ist oftmals angesichts mancher zu reinigender großen Flächen (Turnhallen, Pausenhallen) unzureichend (Wischmopp statt Reinigungsmaschine). Dies gilt auch eingedenk der Tatsache, dass manche Verschmutzung durch Schülerinnen und Schüler mutwillig herbeigeführt werden und somit vermeidbar wären (mit Kot beschmierte Toiletten, in Klassenräumen auf dem Boden verteilter Papiermüll).

Bei einer Reinigung mit eigenen Kräften bleibt letzteres zunächst zwar weiter als Problem bestehen, doch auf die technische Ausstattung der Reinigungskräfte und auf die Größe der zu reinigenden Flächen pro Stunde hätte die Stadt unmittelbaren Einfluss. Außerdem hätte sie die Möglichkeit, kurzfristig und flexibel nachzusteuern, wo es notwendig ist.

Vor einer Entscheidung, diese Vorteile zu nutzen und damit dem Beispiel anderer Städte zu folgen, möchten wir mögliche Mehrkosten transparent gemacht haben“, schließt der Antrag.

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