Personal habe zu wenig Zeit

Reinigung an Lüdenscheider Schulen mit einigen Mängeln

Die Reinigung an Schulen macht weiterhin Probleme, wurde im Schul- und Sportausschuss deutlich. -  Foto: Martin Gerten dpa/lnw

Lüdenscheid - Die Reinigung an den Schulen lässt weiter zu wünschen übrig. Das hat eine Begehung von Karl-Heinz Spangenberg, Hausinspektor im Rathaus, und Cem Demir, Abteilungsleiter Immobilienwirtschaft bei der Zentralen Gebäudewirtschaft, ergeben.

Die Mängel seien zwar nicht gravierend, aber das Reinigungspersonal habe zu wenig Zeit, um sie komplett zu beseitigen, bilanzierten sie im Schul- und Sportausschuss. So machte Spangenberg Bilder von verdreckten Fluren und Klassenräumen, in denen Essensreste und Papier auf dem Boden lagen und auch die Stühle nicht hochgestellt waren, damit die Putzfrauen die Flächen ohne Hindernisse säubern konnten. Auch Sanitäranlagen seien sehr verschmutzt gewesen. „Man kann manchmal schon dankbar sein, dass das Reinigungspersonal sie überhaupt putzt.“ Die Fotos zeige er bewusst nicht, um niemanden bloß zu stellen.

Frank Bisterfeld, Leiter der Adolf-Reichwein-Gesamtschule, zeigte sich dennoch „überrascht und vorgeführt“. Er habe keine Rückmeldung von den Kontrollen bekommen. Spangenberg erklärte, er habe vorher alle Schulhausmeister informiert.

Christian Langs-Blöink, Leiterin der Theodor-Heuss-Realschule, sagte: „Bei uns sollen die Klassenräume nach dem Unterricht so hinterlassen werden, dass die Putzkräfte direkt mit der Reinigung beginnen können. Ist das nicht der Fall, können sie sofort wieder umdrehen und das dem Hausmeister melden.“

Rolf Breucker (SPD), Ex-Leiter der Pestalozzi-Grundschule, erklärte, es sei wichtig Kinder und Eltern zu informieren und auch für Aufsichten zu sorgen.

Auch der Putz-Rhythmus war Thema. So sei es nicht vergleichbar, ein Lehrerzimmer einer Schule genauso wie ein Büro im Rathaus nur einmal in der Woche zu reinigen. „In Lehrerzimmern ist mehr los. Da reicht das nicht.“

Die Standards seien nicht zufriedenstellend, meinte auch Dieter Utsch, Leiter des Bergstadt-Gymnasiums. Seit dem Sommer habe es keine Fensterreinigung an der Schule gegeben. Im Vorfeld des Informationstages habe man dies selbst gemacht. „Das kann es nicht sein, bei allem Verständnis für das Haushaltssicherungskonzept und die dadurch bedingten Sparmaßnahmen.“

Sie sind auch der Grund für die Reinigungsdefizite: „Es steht daher kein weiteres Geld zur Verfügung“, sagte Cem Demir. Sebastian Wagemeyer, Leiter des Zeppelin-Gymnasiums, meinte: „Wir sollten das Thema nicht auf dem Rücken der Reinigungskräfte austragen. Wir müssen uns auch die Frage stellen, wie wir als Politiker mit Menschen umgehen.“

Angesichts der Problematik stelle sich die Frage, ob man nicht die HSK-Sparmaßnahmen in Höhe von gut 300 000 Euro überdenken müsse, meinte Ausschussvorsitzender Jens Voß (SPD). Dann müssen wir da doch mehr Geld reinstecken und die Kürzungen überdenken – natürlich mit entsprechenden Vorschlägen für eine Gegenfinanzierung.“

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