Reichwein-Gesamtschule: Warten auf Ersatzbus

Warten auf den Ersatzbus: Für zwei Reichwein-Klassen begann die Klassenfahrt erst mit mehrstündiger Verspätung.

LÜDENSCHEID ▪ Für 55 Kinder und fünf Lehrer der Adolf-Reichwein-Gesamtschule begann die Klassenfahrt mit einer Geduldsprobe: Erst mit mehr als einer Stunde Verspätung sei der Bus des Reiseunternehmens aus Meschede am Wendeplatz Wehberg vorgefahren. Dort hinterließ er eine ölige Pfütze und einen schlechten Eindruck. „In so einen Bus lasse ich kein Kind einsteigen“, sagte Ina Szusz, die letztjährige Klassenpflegschaftsvorsitzende. Statt um 8.30 Uhr ging’s mit dem Ersatzbus erst um 13.10 Uhr in den Harz.

„Das ist super unprofessionell“, schimpfte Klassenpflegschaftsvorsitzende Susanne Weber: „Dass die überhaupt noch fahren können heute, wundert mich. Da ist viel schief gegangen.“

Gesamtschulleiter Michael Lohr lobte die Umsicht der Eltern: „Das finde ich richtig.“ Die Eltern verlangten einen anderen Bus, den der Unternehmer schließlich schickte. Aber Lohr weiß auch, dass es keine untypische Situation ist: „Das ist schon öfter vorgekommen, dass wir die Polizei gerufen haben und es erst ein, zwei Stunden später losging.“ Kollegen anderer Schulen hätten auch einschlägige Erfahrungen gemacht. Er habe aber gar nichts von den Problemen gewusst: „Dann hätte ich etwas mehr Dampf machen können. Im Zweifel fahren die Kinder einen Tag später – Sicherheit geht vor.“

Der Preiskampf in der Branche sei offensichtlich groß, und als Kunde wisse man nie, ob nicht irgendein Subunternehmer geschickt werde. Auch die zweitägige Kennenlern-Fahrt der 11er vor ein paar Tagen sei erst mit zweistündiger Verspätung gestartet – wegen platter Reifen. Trotzdem seien technische Probleme mit Bussen nicht der Regelfall: „Die meisten Fahrten laufen reibungslos ab.“

Zum Wochenbeginn gingen alle sechs siebten Klassen mit unterschiedlichen Unternehmen auf Tour sowie ein Trupp nach England. Und während die einen „schon in Calais auf die Fähre“ fuhren, „haben wir den Tag einfach verwartet“, sagte Alex (12). „Ich habe mit der Jugendherberge telefoniert, damit wir wenigstens noch Abendessen kriegen“, seufzte Klassenlehrerin Viola Druch. Fünf bis sechs Stunden Fahrzeit brauche man, und der kurzfristig beorderte Ersatzfahrer musste erst noch eine halbstündige Pause „absitzen“.

Vom Chef des Busunternehmens war keine Stellungnahme zu bekommen. Der schickte einen Werkstattwagen ins Olpendahl und die Besatzung machte sich ans Werk: „Ein Pkw kann auch kaputtgehen.“

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