Bald Benotung für alle Brücken im Stadtgebiet

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Die Fußgängerbrücke zwischen Rathausplatz und Stern-Center gehört ist eine der 27 Brücken um Stadtgebiet, die regelmäßig überprüft werden.

Lüdenscheid - 27 Fußgänger- und befahrbare Brücken gibt es im Lüdenscheider Stadtgebiet. Holzbrücken werden jährlich, die anderen alle drei Jahre überprüft. „Es muss immer wieder mal etwas daran gemacht werden, aber verkehrssicher sind sie alle“, sagt Henning Heidemann vom STL.

Unter der Regie des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs Lüdenscheid (STL) werden die Brücken begutachtet. „Damit beauftragen wir aber externe Bauwerkprüfer, die jeweils entsprechende Berichte über den Zustand der einzelnen Brücken erstellen“, beschreibt Heidemann den Ablauf.

Ab dem nächsten Jahr werde es ein von Straßen.NRW entwickeltes Programm geben, das eine Benotung der Brücken ermögliche. „Dann werden alle von den Prüfern erstellten Zustandswerte in das Programm eingespeist, das daraus dann eine Note – vergleichbar mit den Schulnoten – errechnet.“ Entsprechend dieser Beurteilungen werde dann die notwendige Sanierung einer Brücke vorgenommen. Die „Sechser“ kämen dann natürlich zuerst dran.

Aber das kostet eben Geld, und zwar nicht zu knapp. „Auch wenn alle Brücken verkehrssicher sind, muss natürlich immer etwas gemacht werden, müssen zum Beispiel Geländer angestrichen, oder wie vor einiger Zeit bei der Brücke über der Lösenbacher Landstraße, der Boden erneuert werden.“ Ein genauer Betrag, der den künftigen Sanierungsaufwand in Lüdenscheid ausweise, lasse sich nicht beziffern.

Kürzlich hatte eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), das Bauwerke in 456 Städten, Gemeinden und Landkreisen begutachtet hatte, ergeben, dass jede zweite der insgesamt 66 714 Brücken in Deutschland marode sei. Bundesweit, so die Experten weiter, müssten daher bis 2030 fast 11 Milliarden Euro in sogenannte Ersatzneubauten investiert werden.

Die Verkehrsminister der 16 Bundesländer haben daher zur Finanzierung in der vergangenen Woche einen Fonds vorgeschlagen, aus dem die Sanierungen bezahlt werden soll. Damit muss sich die künftige Bundesregierung beschäftigen. Die Verbesserung der Infrastruktur ist für viele Kommunen ein wichtiges und dauerhaftes Anliegen. Allerdings ist der Sanierungsaufwand zum Teil immens, die Kassen sind aber leer. Diese Entwicklung macht bekanntlich auch vor Lüdenscheid nicht halt, wo im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes auch Einsparungen bei den Straßensanierungen vorgenommen werden mussten.

Dringend sanierungsbedürftig sind auch die Autobahnbrücken. Hier ist der Bund zuständig.

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