Recherche zur Jugendkultur

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Michael „Mike“ Nürenberg (l.) und Dr. Dietmar Simon stöberten im Archiv der Lüdenscheider Nachrichten, um Berichte über Jugendveranstaltungen aus der Ära von „Gotti“ Schumann zu finden. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Das Projekt zur Jugendkultur in Lüdenscheid während der Ära von Stadtjugendpfleger Gottfried „Gotti“ Schumann und der daran anschließenden Jahre schlägt immer weitere Kreise und nimmt dabei langsam, aber sicher Formen an. Jetzt waren Dr. Dietmar Simon und Michael „Mike“ Nürenberg, die gemeinsam an dem Projekt arbeiten, im Archiv der Lüdenscheider Nachrichten und stöberten nach Zeitungsberichten aus der Zeit.

Mit zum Team, das diese Zeit von 1965 bis etwa Anfang der 1980er Jahre aufarbeiten möchte, gehört auch Klaus Schmalenbach, der inzwischen in München lebt. Bisher haben sich etwa 50 Zeitzeugen gemeldet. Ihre Anmerkungen und Hinweise seien nicht vergessen, auch wenn sie noch keine Rückmeldung bekommen haben, betont Simon. Sie könnten sich gerne auch noch einmal melden, „wir kommen auf jeden Fall auf sie zurück.“

Alle Berichte werden gesammelt, ausgewertet und sollen schließlich in ein Buch münden. „Das soll vor allem von Fotos leben“, erklären Mike Nürenberg und Dietmar Simon. Aber auch Berichte von Zeitzeugen sollen einfließen. So gibt es zum Beispiel bereits einen über das Studio 19.

Jeder, der etwas beisteuern kann, ist eingeladen, das zu tun. Zur Musikkultur in Lüdenscheid, aber auch zu den Reisen und Freizeiten, die Gotti Schumann organisierte, zu politischen Veranstaltungen oder zu Jugendbegegnungen beispielsweise mit tschechischen Jugendlichen, werden noch weitere Erfahrungsberichte und Bilder gesucht.

Die Materialsammlung führte jetzt auch in das Archiv der LN. Dort haben Mike Nürenberg und Dietmar Simon einige Bilder und Berichte gefunden, die ihnen bei ihren Recherchen weiterhelfen, beispielsweise über die Kinderhalle, ein europäisches Jugendfestival 1968 oder das Jugendzentrum Schillerbad. Schwerpunktmäßig beschäftigen sie sich zwar mit der Ära Schumann, die 1976 endete, aber deren Ausläufer reichen bis in die frühen 1980er Jahre. Mike Nürenberg, der sich selbst gut an diese Zeit erinnern kann, hat festgestellt, dass die Recherche durchaus zu einem Mammutprojekt ausarten kann. „Man sitzt viel am Computer, sucht was, wird immer wieder fündig.“ So gibt es auf Internetforen Kommentare zu Konzerten aus der besagten Zeit in Lüdenscheid.

Als „optimistisch“ bezeichnet Simon inzwischen das Ziel, im nächsten Jahr mit der Sammlung und Auswertung fertig zu sein. Aber noch gilt dieses Ziel – und das Buch, das danach erscheinen soll, soll etwas werden, „was alle in die Hand nehmen können, um sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.“ Möglicherweise soll es auch noch einen Vortrag im Rahmen des geschichtlichen Forums des Geschichts- und Heimatvereins geben – zu Gotti Schumanns Reisen. ▪ gör

Zeitzeugen können sich unter Tel. 0 23 51 / 8 45 35 oder per E-Mail an gotti@nueren.de melden.

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