Reaktionen auf Caritas-Kündigungen

Monika Deitenbeck-Goseberg.

LÜDENSCHEID ▪ Die Kündigungen der beiden Caritas-Berater für obdachlose Menschen, Thomas Becker und Ulrich Birkner hat Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg, Vorsitzende des Obdachlosenfreundeskreises, wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen: „Ich bin völlig von den Socken und hatte nicht im Entferntesten damit gerechnet. Was passiert denn jetzt? Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das ohne die beiden weitergehen soll.“

Für die Arbeit des Obdachlosenfreundeskreises (OFK) sei es ein großer Verlust, wenn Thomas Becker und Ulrich Birkner als Unterstützer tatsächlich wegfielen. „Wenn wir uns im OFK getroffen haben und jemand Probleme hatte, dann waren sie die Fachleute schlechthin, die immer weiterhelfen konnten und sich total auskannten – sei es, wenn es um die bürokratische Regelungen ging oder Kontaktaufnahme mit der Arge oder wenn Probleme mit Rechnungen und dergleichen gab. Davon haben wir ja keine Ahnung. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass die beabsichtigten Kündigungen auch für unsere ehrenamtliche Arbeit ein schwerer Schlag ist. Seit Gründung unseres Vereins 1992 haben sie uns immer begleitet und beraten und waren stets für uns da. Ulrich Birkner war für einige unserer Leute sogar persönlicher Begleiter.“

Zu den Hintergründen der Kündigungen könne sie nichts sagen. „Die Begegnungen mit allen waren immer freundlich und angenehm.“

Sozialamtsleiter Karl-Heinz Burghof reagierte ebenfalls überrascht auf die Kündigungen. „Im Rahmen des runden Tisches mit Vertretern der Arge oder jetzt Jobcenter, des Obdachlosenfreundeskreises, der Caritas-Beratungsstelle und eben des Sozialamtes haben wir immer zwei bis dreimal im Jahr zusammengesessen und über Entwicklungen in diesem Bereich gesprochen. Das Sozialamt ist ja für die Zahlung von Sozialleistungen zuständig und hält auch Kontakt zum Jobcenter. Den direkten Kontakt zu den wohnungslosen Menschen hält natürlich die Caritas.“ Zu dem Verfahren selbst könne und wolle er keine Stellung beziehen. „Das ist Sache der Caritas.“

Caritas-Direktor Hans-Werner Wolff hatte erklärt, die Beratung solle fortgesetzt werden. Jetzt stehe aber zunächst die Stellungnahme der Mitarbeitervertretung nach dem Anhörungsverfahren an.

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