Rauchverbot: Stadt kündigt erste Kneipen-Kontrollen an

35 Euro verbrennen Raucher, die demnächst beim Qualmen in der Gaststätte erwischt werden. Der Wirt soll 200 zahlen – beim ersten Mal. Beim fünften Mal sind es 2500.

LÜDENSCHEID ▪ Die Einhaltung des Rauchverbots wurde in Lüdenscheider Gaststätten seit Inkrafttreten am 1. Mai noch nicht kontrolliert – doch das wird sich bald ändern, kündigte Ordnungsamtsleiterin Martina von Schaewen an.

Sobald der zuständige Sachgebietsleiter an den Schreibtisch zurückgekehrt ist, gibt es demnach Raucher-Kontrollen im Rahmen der üblichen Stichproben etwa zu den Altersgrenzen für junge Gäste. Damit bestätigte Martina von Schaewen, was die Verwaltung kürzlich öffentlich erklärt hatte: Der Nichtraucherschutz soll hier auch aktiv und nicht wie andernorts nur auf konkrete Meldungen von Zeugen hin überwacht werden. Reine „Raucher-Fahndungen“ soll es allerdings nicht geben.

Und was passiert, wenn ein Raucher an der Theke erwischt wird? Laut einem Bußgeldkatalog, auf den sich Ordnungsämter vor einer Woche in Wuppertal einigten, soll der Wirt beim ersten Mal 200 Euro Bußgeld zahlen, der Raucher selbst 35 Euro. Strafen gab es auch vor dem jetzt verschärften Nichtraucherschutzgesetz der rot-grünen Landesregierung, nur waren die Sätze niedriger. Der Wirt hatte 100 Euro, der Gast nur 20 Euro zu berappen. Dank abgeteilter Raucherräume und Raucherclubs kam der alte Bußgeldkatalog zudem kaum zur Anwendung.

Jetzt, da Rotgrün alle Hintertürchen – bis auf die Anmietung ganzer Kneipen durch „geschlossene Gesellschaften“ – zuschlug, dürfte das anders werden. Und wer als Gastronom zum fünften Mal dabei ertappt wird, dass er Gäste rauchen lässt, soll sogar mit 2500 Euro dabeisein.

Ins Reich der Märchen verweist Martina von Schaewen unterdessen die Annahme, dass abendliche Kontrollgänge wegen der Nachtschichtzulagen schlicht zu teuer für die klamme Stadt seien. „Das ist für uns kein Kriterium.“

Somit könnte das Rudelgucken des Champions-League-Finales BVB-Bayern zur ersten Nagelprobe werden – falls es die Fans am 25. Mai trotz der ZDF-Übertragung zum Public Viewing in die Kneipen zieht. Auf die Frage, wann genau der Sachgebietsleiter wieder da ist, erklärte von Schaewen vieldeutig: „Sehr bald.“

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