Rauchverbot: Antragswelle auf Außengastronomie

Gehören wohl bald zum Stadtbild: Raucherplätzchen vor der Kneipentür.

LÜDENSCHEID ▪ Raucher müssen seit dem 1. Mai draußen frösteln – doch Lüdenscheids Gastronomen wollen für ihre qualmenden Gäste etwas tun: Ein rundes Dutzend Anfragen nach neuen Außengastronomien erhielt Dieter Rotter vom Fachdienst Bauservice im Rathaus bisher.

Vom schlichten Schirmchen mit Aschenbecher bis zur windgeschützten Möblierung sei alles dabei, erklärte Rotter. Doch nicht alles, was gewünscht ist, sei auch umzusetzen. Vor allem im Bereich der Altstadt und der Fußgängerzone werde es schwierig, weil hier die neue Gestaltungssatzung der Stadt gilt. Sie soll die optische Verhunzung der City verhindern oder korrigieren und zielte ursprünglich eher auf grellbunte Plastikmarkisen oder ausladende Werbeschilder ab. Jetzt erweist sich die Satzung als Hemmschuh für die Wohlfühl-Ideen manches Gastronomen. So liegt im Rathaus laut Rotter etwa der Antrag eines großen Innenstadt-Cafés vor, das ein verglastes Raucherhäuschen mit Wärmepilz aufstellen will. „Das sieht grauenhaft aus und wird wohl eher als abschreckendes Beispiel dienen“, will Rotter die Problematik auch an diesem Beispiel den Politikern im nächsten Planungs- und Umweltausschuss vorstellen.

Im Geltungsbereich der Gestaltungssatzung könne es, wenn überhaupt, nur Einzelfall-Entscheidungen geben. Sie seien möglich, wo genug Platz ist und ein überzeugendes Konzept vorgelegt werde.

Außerhalb der Gestaltungszone werde dagegen die Mindest-Gehwegbreite von 1,50 Meter zum alles entscheidenden Kriterium. „So viel muss übrig bleiben, wenn Provisorien für Raucher vor der Kneipentür eingerichtet werden sollen. Ansonsten dürfte es da wenig Probleme geben“, vermutet Dieter Rotter. Auch Schlichtlösungen mit Ascher und Schirmchen seien dann denkbar. Keinen Zweifel hegt der Leiter des Fachdienstes Bauservice daran, dass das umfassende NRW-Rauchverbot der Auslöser der Antragswelle ist. „Vorher hatten wir ein ganzes Jahr lang keinen einzigen Antrag erhalten.“

Verbotenerweise drinnen zu rauchen, ist indes kein gutes Rezept. Innerhalb der nächsten 14 Tage, sagte Martin Haase vom Ordnungsamt, beginnen die Kontrollen. Dann soll eine gerauchte Zigarette den erwischten Gast 35 Euro kosten, den Wirt 200.

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