Raubmörder wieder angeklagt

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Am Abend des 2. November löschte die Feuerwehr einen Brand im Keller eines Hauses an der Luisenstraße.

Lüdenscheid - 26 Jahre lang saß er wegen Mordes und schweren Raubes im Gefängnis. Im April 2009 kam er auf Bewährung frei. Nun drohen einem 53-jährigen Lüdenscheider eine erneute Freiheitsstrafe und der Widerruf des Bewährungsbeschlusses.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 2. November vergangenen Jahres in einem Keller eines Wohnhauses in der Altstadt Feuer gelegt zu haben. Der Strafprozess wegen schwerer Brandstiftung beginnt heute.

Als das Landgericht Arnsberg vor fünf Jahren beschloss, den Lüdenscheider auf freien Fuß zu setzen, setzte es das Ende der Bewährungsfrist auf den 22. April 2014 fest, also vergangenen Dienstag. Doch fünfeinhalb Monate vor diesem Zeitpunkt kam es nach Überzeugung der Anklage zu der möglicherweise folgenschweren Tat.

Nach seiner Haftentlassung ging der Mann nach derzeitigen Erkenntnissen eine Beziehung zu einer Lüdenscheiderin ein, die eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Luisenstraße bewohnte. Als die Frau sich von ihrem Partner trennen wollte, kam es zum Streit. Am späten Nachmittag des 2. November soll er ihr vor der Haustür mit den Worten gedroht haben: „Du wirst schon sehen, ich werde alles abfackeln.“

Wenige Stunden später, es war gegen 19.30 Uhr, schellte der Beschuldigte laut Anklageschrift bei einer Nachbarin seiner Ex-Freundin und verschaffte sich so Zutritt zum Haus. Etwa zehn Minuten darauf nahm eine Anwohnerin Brandgeruch wahr und alarmierte die Feuerwehr. Im Keller brannten diverse Gegenstände, unter anderem Vinyl-Schallplatten. Zwei Hausbewohner mussten ärztlich behandelt werden. Die Feuerwehr verhinderte ein Ausbreiten des Brandes. Trotzdem entstand ein Sachschaden von rund 100 000 Euro.

Nach ersten Zeugenvernehmungen fiel der Verdacht auf den 53-Jährigen. Er setzte sich nach Rietberg ab, wurde dort aber festgenommen und sitzt seit dem 5. November in U-Haft. Bislang schweigt er zu den Vorwürfen. Sollte er verurteilt werden, erwartet ihn obendrein der Widerruf der Bewährung. Die Münsteraner Rechtsanwältin Ursula Knecht hat die Verteidigung übernommen. Vorsitzender der 6. großen Strafkammer ist Dr. Christian Voigt.

Der Prozess beginnt am Dienstag um 9.30 Uhr im Saal 247 des Hagener Landgerichts.

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