Der Kammerjäger konnte nicht helfen

Gefahr durch Ratten im MK: Verzweifelte Eltern bewachen Sohn beim Spielen im Garten

Ratte Falle Tod
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Die Familie aus Lüdenscheid hat schon unzählige Ratten gefangen. Das Problem ist dennoch nicht gelöst.

Ratten können zu einem echten Problem werden. In Lüdenscheid gibt es ein Elternpaar, das ihre Kinder nicht mehr in den Garten lässt, ohne gleichzeitig nach Ratten Ausschau zu halten.

Lüdenscheid – Sie übertragen Krankheiten wie Fleckfieber, Tollwut oder Tuberkulose: Ratten. Die Nager können zu einer hartnäckigen Plage werden.

Mit einer solchen Rattenplage hat seit einiger Zeit Familie D. im eigenen Garten zu kämpfen. Denn die Tiere machen sich dort immer wieder breit. Jeder Versuch, die Plage zu bekämpfen, war bislang erfolglos. Um Hilfe hat die junge Familie auch schon die Stadt Lüdenscheid gebeten. Eine Sprecherin teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass die Stadt – solange die Ursache nicht geklärt ist – nichts machen könne.

Die Familie, die anonym bleiben möchte, wohnt in einer Doppelhaushälfte in Zentrumsnähe. Besonders im Sommer könne sie den Garten kaum noch nutzen, sagt Melanie D.: „Wir haben unserem Sohn ein neues Klettergerüst zum Geburtstag geschenkt, weil er ein großer Fan der TV-Show Ninja Warrior ist. Benutzen kann er es aber nur, wenn ich oder mein Mann gleichzeitig nach Ratten Ausschau halten.“

Nicht einmal ein beauftragter Kammerjäger habe die Rattenplage bislang beseitigen können: Nach wie vor beobachte die Familie, wie Ratten über die Terrasse und den Garten liefen. „Irgendwann weiß man auch nicht mehr, was man machen soll.“

Ratten werden resistent gegen Gift

Grundsätzlich werde es immer schwieriger, die Ratten zu bekämpfen, weiß Tom Magdsick und sieht darin ein großes Problem. Zu den Aufgaben des Inhabers der Lüdenscheider Firma Gebäudeservice Sauerland gehört auch die Schädlingsbekämpfung. Normalerweise würden Wander- und Hausratten per Monitoring bekämpft, erklärt er. „Das heißt, es werden Giftköder so ausgelegt, dass sie nicht für andere Tiere zugänglich sind.“ Doch die Giftköder seien nicht mehr so effizient wie sie es mal waren: „Die Ratten werden immer resistenter gegen die Gifte, die meistens Blutgerinnungshemmer sind. Außerdem ist die Auswahl an zugelassenen Giften nicht sehr groß.“

Die Hoffnung der Familie schwindet, auch deshalb habe sie sich an die Stadt gewandt. Vor allem aber, weil sie einen Verdacht habe, was die Ratten anlocken könnte: Die Familie vermutet die Ursache auf dem Grundstück des Nachbarn. Deshalb hat die Familie das Ordnungsamt der Stadt kontaktiert, das die Situation prüfte.

Die Ordnungsbehörde kam allerdings zu der Erkenntnis, dass man die Ursache des Problems nicht eindeutig den Nachbarn zuordnen könne. „Es ist schwer nachzuweisen, von welchem Grundstück die Ratten kommen. Außerdem hat das Ordnungsamt auf privatem Grund wenig Handlungsmöglichkeiten“, sagt Marit Schulte, Pressesprecherin der Stadt.

Generell sei es problematisch für die Stadt, bei einem Rattenproblem zu handeln, wenn nicht klar sei, dass sie aus der Kanalisation kämen. Denn die Kanalisation befinde sich in öffentlicher Hand, und nur dort kann die Stadt tätig werden. „Im privaten Raum können wir nicht ohne weiteres Köder legen. Da muss das Problem nachweislich über einen längeren Zeitraum auftreten, und es muss klar sein, wo die Ratten herkommen. Erst dann kann das Ordnungsamt auch auf auf privatem Grund eingreifen.“

Mittlerweile hat die Familie Unterstützung erhalten, wie Melanie D. sagt: „Der Ratsherr Michael Dregger hat sich eingeschaltet, um zu vermitteln. Er konnte erreichen, dass die Stadtentwässerungsbetriebe Lüdenscheid Herscheid in dem Bereich neue Köder in der Kanalisation ausgelegt haben. So wird zumindest diese mögliche Ursache der Rattenplage abgeklärt.

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