Verkehrsknoten in Lüdenscheid

"Ratlos-Tunnel": Wie entfernt man den Asbest aus der Röhre? Fachfirma macht Vorschlag

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Sorgenkind der Verkehrsplaner: Die Sanierung des Rathaustunnels verzögert sich nach dem Asbest-Fund auf unbestimmte Zeit.

Lüdenscheid – Die größte Baustelle der Stadt befindet sich im Untergrund. Seit im April giftige Asbestplatten in der Decke des Tunnels entdeckt wurden, ist der Rathaustunnel das Sorgenkind der Lüdenscheider Verkehrsplaner.

Die Baustelle wurde damals sofort abgesperrt und luftdicht verschlossen. Ein halbes Jahr Stillstand später kommt nun Bewegung in die Angelegenheit. Von einem Lösen des wichtigsten Verkehrsknotens Lüdenscheids sind die Experten aber noch weit entfernt – geschweige denn von einer Lösung. 

Mitte September trafen sich Vertreter vom Bauherrn Straßen.NRW, von der Aufsichtsbehörde bei der Bezirksregierung Arnsberg und von der Berufsgenossenschaft zu einem Abstimmungsgespräch. Thema: Wie kann der Asbest aus dem Tunnel entfernt werden, ohne dass die giftigen Mineralfasern in die Umwelt gelangen? 

Dazu legte Straßen.NRW ein von Experten entwickeltes Konzept für die Asbestsanierung im Tunnel vor. Genehmigt wurde es von der Bezirksregierung zunächst nicht. Sie hat aber einer Probesanierung im Tunnel zugestimmt, wie Andreas Berg, Sprecher von Straßen.NRW, auf Anfrage erklärte. 

Spezialfirma entwirft Methode für Sanierung

Eine Spezialfirma entwerfe derzeit eine Methode für die sichere Sanierung. Üblicherweise wird der belastete Raum luftdicht abgeschlossen und ein Unterdruck erzeugt, um die Freisetzung von Asbestfasern zu verhindern. 

Die Herausforderung nun: Im Vergleich zu einer normalen Asbestsanierung – zum Beispiel in einem Wohnhaus – ist der umbaute Raum im 342 Meter langen, mehr als neun Meter breiten und fünf Meter hohen Tunnel extrem groß. 

Weitere Verzögerungen in Sicht

Sobald die Bezirksregierung grünes Licht für die gewählte Methode gibt, wird eine Fachfirma – vermutlich noch in diesem Jahr – die Probesanierung im Tunnel durchführen. Wenn sie erfolgreich ist, soll sie auch beim Entfernen der übrigen Asbestplatten angewandt werden. Die Fertigstellung der östlichen Tunnelröhre war ursprünglich für Dezember 2019 geplant. Sie wird sich um Monate verzögern. 

Lesen Sie auch: Nach Asbest-Fund im Rathaustunnel: Arbeiter nehmen neue Proben - diesmal an anderer Stelle

Nach Abschluss der Schadstoffsanierung wird die östliche Röhre für den Verkehr freigegeben und die zweite Röhre gesperrt. Anschließend muss auch hier Asbest entfernt werden. Schon sicher ist: Das Budget von 12,7 Millionen Euro wird nicht ausreichen. Wie viel teurer es wird, hängt vom Aufwand für die Asbestsanierung ab und von der weiteren Bauzeitverzögerung.

Anfang Dezember begannen aufwendige Bauarbeiten im Rathaustunnel. Eine Spezialfirma baut jetzt in Lüdenscheid einen neuen Tunnel.

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