Nach Asbest-Fund

Neues vom Rathaustunnel: Noch mehr als zwei Jahre Stau - und teurer wird es auch

Wie lange die Sanierungsarbeiten im Rathaustunnel noch dauern werden, ist nicht klar.
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Wie lange die Sanierungsarbeiten im Rathaustunnel noch dauern werden, ist nicht klar.  

Die Asbest-Sanierung des Rathaustunnels kann in Kürze beginnen. Das teilt das NRW-Verkehrsministerium mit. Ob das auch passiert, ist allerdings weiterhin unklar. Laut neuer Zeitplanung müssen die Autofahrer noch bis mindestens Sommer 2023 Umwege in Kauf nehmen. Teurer wird es sowieso.

Fast ein Jahr lang passierte sichtbar gar nichts am Rathaustunnel in Lüdenscheid. Die Baustelle ruhte. Bauherr Straßen.NRW war abgetaucht, auf Anfragen wurden lediglich nichtssagende Wasserstandsmeldungen verbreitet. Jetzt gibt es wieder etwas Handfestes, nachdem das NRW-Verkehrsministerium am 30. Dezember eine Kleine Anfrage des Lüdenscheider Landtagsabgeordneten Gordan Dudas (SPD) beantwortet hat. Demnach ist nun auch klar, worauf sich Autofahrer in den nächsten Jahren einstellen müssen.

Nach der Ausschreibung könnte der Sanierungsauftrag noch 2020 erteilt werden, hieß es aus dem Ministerium. Ob das passiert ist, blieb allerdings unklar. Auch einen Fahrplan legte das Ministerium, das für Straßen.NRW verantwortlich ist, vor. Wegen „zusätzlicher Maßnahmen“ wird das Projekt um 4,5 Millionen teurer als ursprünglich geplant. Der neue Kostenansatz liegt demnach bei jetzt insgesamt 17,2 Millionen Euro. Kosten, die die Stadt Lüdenscheid nicht tragen muss. Der Rathaustunnel war vor rund zehn Jahren in die Zuständigkeit des Landes NRW gefallen.

Dudas hatte in seiner Kleinen Anfrage an Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) am 30. November unter anderem geschrieben: „Nachdem eine Fachfirma zwischenzeitlich Probesanierungen durchgeführt hat, um verschiedene Methoden der Sanierung unter Berücksichtigung des verarbeiteten Asbests zu testen, ruhen die Baumaßnahmen nun wieder vollständig. Der ursprüngliche Zeitplan zur Fertigstellung der Sanierungsmaßnahmen kann so nicht mehr eingehalten werden.“

Fertiges Konzept für Asbestsanierung im Rathaustunnel Lüdenscheid liegt vor

Nach der Asbest-Probesanierung liegt laut Auskunft aus dem Ministerium inzwischen ein fertiges Konzept vor. In Abstimmung mit Bezirksregierung und Berufsgenossenschaft sei ein „Präqualifikationsverfahren“ erfolgt. „Nach der Wertung der Angebote soll der Auftrag für die Sanierung noch in diesem Jahr erteilt werden.“ Im Anschluss an die Auftragsvergabe können die Arbeiten im Rathaustunnel laut Wüst beginnen.

Zutritt verboten: Erste Fotos aus dem Rathaustunnel

Zutritt verboten: Erste Fotos aus dem Rathaustunnel

Der zunächst ins Auge gefasste Zeitplan ist gründlich durcheinander geraten. Denn seit Abschluss der Probesanierung ruhen die Arbeiten im Tunnel vollständig. Und es gibt weitere Verzögerungen. Wie das Verkehrsministerium mitteilt, sollen die Instandsetzungsarbeiten inklusive der Asbestsanierung in der Röhre Richtung Altenaer Straße im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein, die Maßnahme in der Röhre Richtung Kölner Straße im Sommer 2023.

Gordan Dudas bezeichnet die neuen Informationen als „Fünkchen Hoffnung“. Es dürfe also keine Zeit mehr verloren werden, „damit diese unendliche Geschichte doch noch zum Abschluss kommt“, mahnt Dudas in einer Stellungnahme an.„Ich bleibe am Ball, es darf keine weiteren Verzögerungen mehr geben.“

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