Es tut sich was

Asbest im Rathaustunnel: Firma aus Hamburg übernimmt

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Rathaustunnel: In den nächsten Tagen beginnt eine Firma aus Hamburg mit der Probesanierung.

Lüdenscheid – Sieben Monate nach dem Baustopp Anfang April geht es am asbestbelasteten Ratshaustunnel endlich weiter: Wie Bauleiter Carsten Spreemann am Mittwoch im Bau- und Verkehrsausschuss mitteilte, hat Straßen.NRW den Auftrag für die Probesanierung inzwischen vergeben.

Noch in dieser Woche soll das Unternehmen Schuh aus Hamburg die Baustelle übernehmen und innerhalb der kommenden 14 Tage mit der Probesanierung beginnen. 

Die Firma Schuh Brandschutz und Sanierung GmbH verfügt nach eigenen Angaben über „exzellentes Know-how im Bereich Schadstoffsanierung“. Das ist auch erforderlich, wie Spreemann vor den Ausschussmitgliedern deutlich machte – denn die Problemstellungen in dem Bauwerk aus den 1970er-Jahren sind komplex. 

So wurde Asbest nicht nur in den Deckenplatten nachgewiesen, sondern auch in Feinspachtel und dem sogenannten „Elefantenhaut“-Anstrich. Die giftige Farbe ist in der gesperrten östlichen Tunnelröhre im April ohne Wissen um die Gesundheitsgefahr entfernt worden, als die Baustele noch nicht stillgelegt worden war. In der westlichen Röhre ist der asbesthaltige Anstrich noch vorhanden. Hier müssen die hohen Standards einer Asbestsanierung angewendet werden. 

Die nun anstehende Probesanierung dient dazu, die bestmögliche Variante für die Asbestbeseitigung zu finden. Dabei werden unter Vollschutz in einer hermetisch abgeriegelten „Kammer“ im Tunnel verschiedene Methoden getestet. Anschließend wird ein Sanierungskonzept für die Gesamtmaßnahme vorgelegt. 

Wie lange die Sanierung dauert, vermochten die Experten auf Anfrage von Michael Thomas-Lienkämper (Linke Liste Lüdenscheid) nicht zu sagen. Dies hänge maßgeblich von den Ergebnissen der Probesanierung ab, sagte Projektleiterin Nadja Hülsmann: „Wir wissen erst danach, ob wir bei der Sanierung mit Feldgrößen von zehn, 30 oder 90 Metern arbeiten können.“ Die Feldgröße beschreibt die Breite der „Kammer“, in der die Sanierung durchgeführt wird. Der Tunnel ist 342 Meter lang. 

Für diese Kammer wird im Tunnel ein luftdicht verschlossenes Bauwerk oder Gerüst errichtet, das von den Arbeitern nur über Schleusen zu erreichen ist. Ist eine Stelle saniert, „rückt“ die Kammer vor. „Um Zeit zu sparen, prüfen wir, ob es sinnvoll ist, bei der Sanierung von beiden Tunnelseiten zu starten“, ergänzt Carsten Spreemann. 

Mit den Erfahrungen aus der östlichen Röhre erwartet Straßen.NRW für die zweite Röhre eine deutlich schnellere Sanierung. Thomas-Lienkämper gab sich gestern angesichts des unklaren Zeitplans pragmatisch: „Wir haben uns dran gewöhnt, dass es auch ohne geht.“

Die ganze Wahrheit über den Rathaustunnel: So geht es weiter.

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