Rathaustunnel bleibt noch lange ein Nadelöhr

Die Baken auf der Geradeausspur Richtung der rechts teilgesperrten Tunnelröhre sollen bald verschwinden.

LÜDENSCHEID ▪ Die Teilsperrung des Rathaustunnels in Richtung Altenaer Straße nach dem Beinahe-Absturz mehrerer Leuchten dürfte noch bis in den Sommer hinein andauern. So lange brauchen Konzeption, Finanzierung und Durchführung der komplizierten Erneuerung der Lichttechnik.

Während heute ein spezialisiertes Ingenieurbüro im Tunnel war, um ein Angebot für die künftige Beleuchtung vorzubereiten, machten sich Lüdenscheider Verkehrspolitiker am Vorabend Gedanken um bessere Verkehrsregelungen angesichts der blockierten rechten Tunnelspur.

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Wie Karsten Koppmeier vom Stadtreinigung-, Transport und Baubetrieb STL heute auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, ist für die kommende Woche ohnehin eine Änderung geplant: Die rechte Geradeausspur der Kölner Straße vorm Tunnel soll stillgelegt werden. Erreichen will der STL damit, dass das Einfädeln vor der Röhre aufhört, das regelmäßig für Staus sorgt. Eine neue Idee dazu brachte Karin Löhr (SPD) im Bau- und Verkehrsausschuss vor: Die rechte Geradeausspur könne für die Dauer der Arbeiten zum Rechtsabbiegen auf die Sauerfelder Straße genutzt werden. Dies würde den Verkehr entzerren und den Abfluss erleichtern. Der städtische Verkehrsplaner Christian Hayer sagte zu, den Vorschlag zu prüfen.

Zuvor hatte STL-Leuchtenexpertin Yvonne Schubert den Politikern die komplexen Probleme mit dem Licht im Tunnel erläutert. Wie die Röhre selbst seien auch die losen Leuchten 40 Jahre alt und entsprächen keiner heutigen Norm mehr. Die sähen grundsätzlich vor, dass Tunnel ab 80 Metern Länge zu beleuchten sind – ein Wert, den der Rathaustunnel mit 350 Metern mehrfach übertrifft. Noch strengere Regeln gelten hier, weil man den Ausgang beim Einfahren nicht sehen kann, sagte Schubert. Und: Mit der Ost-West-Ausrichtung weise der Rathaustunnel lichttechnisch die denkbar schlechteste Lage auf: „Autofahrer können beim Ein- und Ausfahren besonders stark geblendet werden.“

Um die damit verbundenen Unfallgefahren zu mindern, müsse die künftige Beleuchtung diese Hell-Dunkel-Effekte auffangen, also an Ein- und Ausfahrt besonders stark sein und zur Mitte hin schwächer werden. Nachts müsse sich das Licht im Tunnel dagegen der Helligkeit der Straßenbeleuchtung draußen anpassen.

Büros, die sich auf diese komplexen Planungen verstehen, seien vor allem in Bayern und Österreich beheimatet. Schubert betonte, dass es für Tunnelbeleuchtungen keine Lösungen von der Stange gebe: „Jedes Bauwerk ist dafür einzeln zu untersuchen.“

Genau das tat laut Koppmeier das Planungsbüro: Die Spezialisten vermaßen Fahrbahnbreiten und Deckenhöhen ebenso wie den Kurvenradius, das Gefälle oder die Reflexionen von Fahrbahn und Wänden. So sollen die richtigen Stärken und die optimale Staffelung der Leuchten ermittelt werden. Geprüft werde auch, ob auch im Tunnel künftig LEDs einsetzbar seien.

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