Rathaus-Reform soll 22 Leitungsstellen sparen

Fünf Fachbereiche mit insgesamt 32 Fachdiensten: So sieht das Ampel-Modell der künftigen Stadtverwaltung aus, das jetzt umgesetzt werden soll.

LÜDENSCHEID - Auf fünf Säulen, sprich Fachbereichen, soll künftig die Lüdenscheider Stadtverwaltung ruhen. Das sieht das jüngste Modell vor, das die Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen nach mehreren Verhandlungsrunden mit allen Ratsfraktionen jetzt für die kommende Sitzung des Hauptausschusses vorlegt. Darin will die Ampel ein Umsetzungskonzept zur Mai-Sitzung des Hauptausschusses beauftragen. Die CDU sieht diese Eilbedürftigkeit nicht und hätte noch mehrere Änderungswünsche, die aber jetzt nicht mehr berücksichtigt werden sollen. Aus der angestrebten Konsenslösung im Rat wird somit nichts.

Die Differenzen beginnen vielmehr schon beim grundlegenden Aufbau: Zwar hatte sich die CDU, die ursprünglich nur vier statt der fünf Fachbereiche wollte, hier kompromissbereit gezeigt – anders als die Lüdenscheider Liste, die weiterhin für das Vier-Säulen-Modell plädiert. An anderen Stellen lagen und liegen Ampel und Union aber weiterhin auseinander, sodass es trotz vieler Gespräche in den letzten sechs Monaten keine einvernehmliche Lösung gibt.

„Aber nach insgesamt drei Jahren Diskussion muss die Rathaus-Reform jetzt endlich angepackt werden“, erklärten gestern die Fraktionschefs von SPD und FDP, Ingo Diller und Jens Holzrichter. Holzrichter hatte für die Ampelkoalition das nebenstehende Organigramm erstellt. Das Ziel, „ein effizienteres Arbeiten der Verwaltung und die Abflachung von Hierarchien im Rathaus“, könne nicht auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden.

So soll es an Stelle der heutigen sechs Dezernate fünf Fachbereiche mit veränderten Aufgabengebieten geben. Der Bürgermeister leitet demnach einen FB, zwei weitere Bereiche werden von Laufbahnbeamten aus dem Rathaus, die verbleibenden beiden schließlich wie bisher von Wahlbeamten (für acht Jahre) übernommen.

Einspar-Effekte will die Ampel vor allem unterhalb der Fachbereichsleiter-Ebene erzielen, wo nur noch 32 Fachdienstleitungen an die Stelle von 17 Ämtern und 37 Abteilungen treten; es fallen also langfristig 22 Führungsfunktionen weg. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Übergangsweise schafft man für Aufgaben, die von bisherigen Amts- und Abteilungsleitern ohne neue Fachdienstleitung erledigt werden sollen, „Stabsstellen“. Und: Wer vor der Rathaus-Reform Amts- oder Ableitungsleiter war, danach aber auf die Stufe des Sachbearbeiters zurückfällt, behält seine bisherigen Bezüge.

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