Mehrheit gegen Windrad an Talsperre

Eine Windkraftanlage an der Versetalsperre ist umstritten.

Lüdenscheid - Recht verwundert zeigte sich Björn Weiß (CDU), Vorsitzender des Planungs- und Umweltausschusses, am Montag im Rat, als die Front gegen den Bau einer von Enervie geplanten Windkraftanlage an der Versetalsperre bröckelte.

„Meiner Erinnerung nach hatten wir im Ausschuss doch gemeinsam die Verwaltung beauftragt, einen Beschlussvorschlag zu fassen, die Pläne von Enervie abzulehnen“, erklärte Weiß.

Doch die Grünen/Bündnis 90 hatten nach ihrer Fraktionssitzung Zustimmung für Enervie signalisiert und betonten, es gebe zu wenige regenerative Modelle in der Region, und es sei eine Frage der Verantwortung, einen angemessenen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Bürgermeister Dieter Dzewas sowie Gordan Dudas (SPD) enthielten sich der Stimme, ebenso Ursula Meyer (CDU), die die Enervie-Begründung für den Standort Versetalsperre „stimmig“ fand. „Außerdem ist es mir lieber, ich habe es mit einem Investor zu tun, den ich kenne, als mit einem fremden.“

Dieter Dzewas war sicher, dass wenn Enervie nicht baut, dies jemand anders übernehme. Gordan Dudas hätte gern noch einmal in der Fraktion darüber beraten. Doch letztlich stimmte eine breite Mehrheit dafür, die Enervie schriftlich aufzufordern, von der Planung eines Windenergieprojekts im Bereich der Versetalsperre Abstand zu nehmen.

Die Gegner sind der Überzeugung, dass der Bereich um die Versetalsperre vor allem aufgrund seiner zusammenhängenden, großflächigen naturräumlichen Bedeutung nicht geeignet für ein Windenergieprojekt ist. Zudem stelle das Areal für die Bürger einen Ort für Naherholung und naturbezogene Freizeit dar.

Michael Thomas-Lienkämper (Die Linke) sprach sich dagegen aus, dass Enervie an der Versetalsperre Fakten schaffe, ohne nicht auch noch alternative Standorte zu prüfen.

Von Martin Messy

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