Telearbeit erfordert Disziplin

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Juniorensprecher André Schiffner (r.) bedankte sich bei den Referenten Ralf Schwarzkopf und Kristina Junge.

Lüdenscheid - Jeden Tag zur Arbeit zu fahren, in der Firma sein Tagwerk zu verrichten und anschließend wieder nach Hause zu fahren – das ist heute nicht mehr zwingend der Berufsalltag. „Homeoffice“ und „Telearbeit“ sind Stichworte, die für immer mehr Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine Bedeutung gewinnen.

Welche Vor- und Nachteile es hat, wenn Mitarbeiter einen Teil ihrer Aufgaben von Zuhause aus verrichten, und was dabei bedacht werden muss, war Thema des Juniorenabends der Wirtschaftsjunioren Lüdenscheid am Donnerstag im Hotel Sportalm Gipfelglück.

Ralf Schwarzkopf, Geschäftsführer der Firma Hotset, berichtete über eigene Erfahrungen in seiner Firma. Kristina Junge, Rechtsanwältin beim Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Lüdenscheid (AGV), ergänzte die Ausführungen mit Hinweisen auf rechtliche Aspekte, die bei der Einrichtung von Heimarbeitsplätzen zu beachten sind.

Bei Hotset betreiben derzeit sieben Mitarbeiter Homeoffice in verschiedenen Formen – aber keiner arbeitet nur zuhause, nicht zuletzt, um den Kontakt zu den Kollegen nicht zu verlieren. Das habe Vorteile für beide Seiten, erklärte Schwarzkopf. Ein Heimarbeitsplatz erleichtere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ermögliche einen eigenen Arbeitsrhythmus. Außerdem entfallen unter Umständen lange Fahrzeiten. Manchmal sei es auch sinnvoll, einen Tag ohne Störungen Dinge abarbeiten zu können. Auch wenn es keine Möglichkeit gebe, die konkrete Arbeitszeit nachzuhalten, spreche die Produktivität an Heimarbeitstagen für sich, sagte Schwarzkopf. Allerdings sei dies immer auch stark von der jeweiligen Persönlichkeit abhängig. Denn auch zuhause dürfe man sich nicht von privaten Angelegenheiten ablenken lassen. Ein hohes Maß an Selbstdisziplin sei von den Mitarbeitern gefordert.

Voraussetzung sei in jeden Fall ein separates Arbeitszimmer – das werde kontrolliert, so Schwarzkopf. Inwieweit die eigene Einrichtung genutzt wird oder die Firma Mobiliar stellt, werde individuell geklärt. PC oder Laptop gibt es von Hotset, auch für die ITSicherheit werde Sorge getragen. Für zwei Mitarbeiter wurde in Abstimmung mit den Betriebsarzt eine ergonomische Ausstattung des Arbeitszimmers beschafft.

Kristina Junge betonte, dass es wichtig sei, die Rahmenbedingungen für Heimarbeit in einer Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag festzuschreiben, Diese könne jederzeit wieder verändert werden, ohne dass der grundlegende Vertrag betroffen sei. Letztlich könne ein Telearbeitsplatz ein entscheidender Punkt bei der Gewinnung von Fachkräften sein, sagte Schwarzkopf. Denn bei der Wahl eines Arbeitsplatzes gehe es Bewerbern nicht nur ums Geld, sondern auch um attraktive Konditionen. Eine höhere Identifikation mit dem Unternehmen und Motivation nannte er als weitere Vorteile. - Bettina Görlitzer

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