Rainer Wolfram ist Kaiser der BSV-Schützen

Der noch amtierende Schützenkönig Volker Halbhuber gab, gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden Rolf Linnepe, Bürgermeister Dieter Dzewas und dem Hofstaat- und Adjutantenpaar, die Ehrenschüsse ab.

Lüdenscheid - Lange hielt der Vogel dem Patronenhagel stand; doch um 20.14 Uhr, knapp drei Stunden, nachdem die BSV-Schützen das Königsschießen begonnen hatten, gab sich der Aar am Samstagabend nach dem 468. Schuss geschlagen. Rainer Wolfram hatte sich im Rennen um die Königswürde gegen seine zwei Mitbewerber durchgesetzt und ist damit der neue Regent des Bürger-Schützen-Vereins.

Da der gebürtige Werdohler vor genau zehn Jahren schon einmal die Königswürde errungen hatte, wurde Rainer Wolfram am Abend zum Kaiser gekrönt. Er wird die Schützen gemeinsam mit seiner Frau Angelika durch das Jahr führen. „Wir haben in der Geschichte unseres Vereins zum zweiten Mal einen Kaiser“, sagte der 1. Vorsitzende der Bürger-Schützen, Rolf Linnepe. Doch nicht nur über die Kaiserwürde konnte sich Rainer Wolfram freuen. Zudem fiel der erneute Triumph im Königsschießen auf seinen 62. Geburtstag und den Hochzeitstag mit Gattin Angelika.

Bis zur Königsproklamation im Festzelt Hohe Steinert wurden die Schützen allerdings auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Insgesamt vier Mal musste das Schießen bei nasskaltem Wetter durch Sportleiter Hans-Georg Ritter unterbrochen werden, um die Halterung des Vogels neu zu justieren. Auch ein Glas „Zielwasser“ wurde den drei Königsanwärtern Stefan Jentsch, René Westphal und Rainer Wolfram in Form von Schnaps eingeflößt. Dabei hatte die Jagd auf die Trophäe eigentlich vielversprechend begonnen. Gleich mit dem ersten Schuss räumte Bürgermeister Dieter Dzewas um 17.40 Uhr die Krone ab. Dieses Kunststück hat das Stadtoberhaupt bereits zum zweiten Mal vollbracht. Der Apfel fiel nur sieben Minuten später Hans-Dieter Höllermann in die Hände. Zeitgleich sicherte sich Stefan Jentsch das Zepter mit dem 17. Schuss.

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BSV-Schützenfest: Vogel- und Königsschießen

Dann passierte lange nichts. „Sowas habe ich in meinem ganzen Schützenleben noch nicht erlebt“, sagte Wolfgang Tschakert, der vor elf Jahren den Vogel aus dem Kugelfang schoss. Er war auf der Hauptversammlung der BSV-Schützen zum „Wettermacher“ bestimmt worden. Während des Königsschießens formulierte Wolfgang Tschakert noch die Hoffnung, dass der Festzug trocken ins Zelt marschieren könne („Alles andere ist Nebensache“). Da hatte der Regen allerdings schon längst eingesetzt.

Bis sich der linke Flügel vom Vogel löste, brauchte es weitere 100 Schuss. Um 18.31 Uhr erlöste Martina Jentsch die Schützen und landete den entscheidenden Treffer mit dem 127. Schuss. Der rechte Flügel ging an Ulrike Gnacke. Damit war das Insignienschießen um 19.06 Uhr mit dem 228. Schuss beendet.

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Auf der Königsliste, aus der Rainer Wolfram am Ende als Sieger hervorging, befanden sich noch drei Namen. Immer wieder geriet der Vogel in Schräglage und ein Raunen ging durch den Zuschauerraum. Sportleiter Hans-Georg Ritter ermahnte zur Stille, bis Rainer Wolfram die Schützen mit dem 468. Schuss erlöste und als Sieger aus dem Wettstreit hervorging. Den Königsball eröffnete er gemeinsam mit seiner Regentin Angelika und begleitet von der Band „Sound of Six“.

Begonnen hatte der zweite Tag des Schützenfestes mit einer Andacht von Pfarrer Sebastian Schultz von der Christuskirchengemeinde und einem Großen Zapfenstreich, der vom Blasorchester Altena und dem Spielmannszug der Feuerwehr bestritten wurde. In seiner Andacht sprach Pfarrer Schultz davon, dass „an den Schnittstellen des Lebens, bei Tod und Geburt, viele Menschen spüren, dass es da mehr gibt. Hier ist etwas Größeres, etwas, das wir nicht erklären können: Das Geheimnis des Lebens, das selbst über das Sterben hinausragt.“ - jw

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