Überraschung in Lüdenscheid

Rätselhafter Tod im Treppenhaus: Flüchtiger (22) taucht auf der Polizeiwache auf

Kerzen vor der Wohnung des Verstorbenen am Freitag.
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Kerzen vor der Wohnung des Verstorbenen am Freitag.

Die zwei Todesfälle in Lüdenscheid gelten noch nicht als aufgeklärt. In einem Fall aber ist die Polizei ein großes Stück weiter. Der flüchtige Tatverdächtige stellte sich.

Update vom 6. August, 9.29 Uhr: Nach dem Tod eines 58-jährigen Mannes an der Werdohler Straße in Lüdenscheid am 22. Juli galt ein 22-jähriger Lüdenscheider als dringend tatverdächtig. Er war von einem Zeugen am Tatort gesehen worden. Seitdem lief die Fahndung. Nach Informationen unserer Zeitung hat sich der 22-Jährige am Donnerstagmorgen (5. August) in dieser Woche in Begleitung eines Anwalts auf der Polizeiwache in Lüdenscheid gestellt. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Bernd Haldorn auf Anfrage.

Der junge Mann habe sich auf der Polizeiwache in Lüdenscheid gemeldet. Ob er sich zur Sache eingelassen hat, ist unklar, vieles spricht aber dafür. Nach der Vernehmung wurde der 22-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt. Eine Untersuchungshaft wurde trotz seiner zweiwöchigen Flucht beziehungsweise seines zweiwöchigen Untertauchens nicht angeordnet.

Das kann auch daran liegen, dass der Tatvorwurf für die Anordnung einer Untersuchungshaft nicht schwer genug wiegt. Ermittelt wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge gegen den 22-Jährigen. Tatverdächtiger und Opfer sollen sich gekannt haben. Im Streit soll es dann zu einem folgenschweren Schlag gekommen sein. Der 58-Jährige starb trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen noch am Tatort.

Erstmeldung 30. Juli, 16.49 Uhr: Zwei Todesfälle innerhalb von zwei Tagen beschäftigen derzeit die Kriminalpolizisten in Lüdenscheid. Wie berichtet, war am 22. Juli ein 58-Jähriger in einem Mehrfamilienhaus an der Werdohler Straße seinen Kopfverletzungen erlegen. Nach den bisherigen Ermittlungen hatte er zuvor einen Streit mit einem 22-Jährigen. Auch am Freitag (30. Juli) befand sich der mutmaßliche Täter laut Oberstaatsanwalt Bernd Haldorn noch auf der Flucht. Ermittelt wird gegen ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Der Hintergrund des Streits ist noch unklar. Die Ermittler gehen aber inzwischen davon aus, dass sich Täter und Opfer kannten. Um Licht in den rätselhaften Fall zu bringen, wurde laut Staatsanwaltschaft der Laptop des 58-Jährigen sichergestellt. Nach der Obduktion gab Oberstaatsanwalt Haldorn zusätzlich eine neuropsychologische Untersuchung des Leichnams in Auftrag. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Der 58-Jährige war von einem Nachbarn bewusstlos im Treppenhaus aufgefunden worden, trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen starb der Mann noch im Hausflur.

Auch bei der Leiche eines 54-Jährigen, der am Freitag durch einen 31-Jährigen in einer Wohnung an der Worthstraße verletzt wurde und am Samstag starb, wurde eine solche Diagnostik beauftragt. „Bei beiden Opfern wurden Verletzungen des Gehirns festgestellt“, sagt Oberstaatsanwalt Haldorn. Es gehe nun darum, die genaue Todesursache zu ermitteln.

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