Werkstattgespräch zum Thema Radverkehr

In Lüdenscheid ist Radfahren eine Katastrophe

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Symbolbild

Lüdenscheid - In Lüdenscheid ist Radfahren eine Katastrophe – darüber waren sich die rund 20 Teilnehmer des Werkstattgesprächs von SPD und Jusos einig.

Mitglieder und interessierte Bürger waren am Donnerstag gekommen, um sich über das Thema zu unterhalten. Schnell wurde deutlich, es gibt nicht genügend Radwege und auf der Straße zu fahren ist in der Bergstadt gefährlich. "Lüdenscheid ist im Fahrradverkehr die rote Laterne“, hieß es. Dafür waren die Vorschläge, wie mehr Sicherheit geschaffen wird, vielfältig.

„Am Versedamm zu fahren ist durch die Abtrennung der Mauer zur Straße angenehm. Aber eine kleine Lösung würde es auch schon tun“, sagte ein Juso-Mitglied. Der Vorschlag nicht nur einen Fahrradschutzstreifen einzurichten, sondern diesen an einigen Stellen mit einer Leiste abzugrenzen, kam gut an. Darüber hinaus wurden Ideen geäußert, Autofreie Wege zu schaffen, wie die Knapper Straße oder die West- und die Bahnhofstraße zu Einbahnstraßen zu machen, sodass die Autofahrer einen Kreis fahren und der gewonnen Platz von Radfahrern in beide Richtungen genutzt wird.

Frank Theiß, Initiator der Fahrradbewegung Critical Mass, schlug vor, auf zweispurigen Straßen eine Umweltspur einzurichten Diese könnte von Radfahrern, Elektro-Autos, Bussen und Autos mit vier Personen genutzt werden. „Das kann nicht von der Stadt Lüdenscheid entschieden werden, sondern nur von Straßen.NRW“, war der Einwand von SPD-Ratsherr Jan Eggermann. Denn vor einigen Jahren habe man die Straßenbaulast der Landstraßen aus Kostengründen an Straßen.NRW abgegeben.

Das betrifft auch den Auftrag, den die Stadt bereits von der Politik erhalten hat, wenn bei Baumaßnahmen Straßen erneuert werden, den Radverkehr mit einzuplanen.

Ein Teilnehmer bemängelte, wie hoch der Preis ist, wenn das Rad im Bus mitgenommen wird und regte an, dass es sinnvoller sei, das Rad mit dem öffentlichen Nahverkehr kombinieren zu können. Das sahen viele ähnlich. Eggermann versprach dieses Anliegen in den Aufsichtsrat der MVG mitzunehmen.

Phillip Kallweit erstellte eine Wünschewand mit den Vorschlägen aus dem Werkstattgespräch.

Doch wer Radfahren möchte, muss das Bike auch abstellen können – was in Lüdenscheid ebenfalls schwierig sei. Es wurde vorgeschlagen, mehr Stellplätze zu schaffen, Park and Ride-Parkplätze mit Fahrradboxen und auch das Angebot der Ladesäulen für E-Bikes zu verbessern.

Was die Finanzierung angeht – denn Fahrradwege kosten Geld – machte ein Teilnehmer den Vorschlag, 20 Prozent von dem Anteil im Haushalt der für den Straßenbau festgelegt ist, extra für den Radverkehr einzuplanen. Ganz so einfach sei das nicht, erklärten die Ratsherren, aber mit einem Überschuss wäre es eventuell möglich.

Maßnahmen der Stadt

Die Stadt hat bereits einige Maßnahmen getroffen. Der Arbeitskreis Nahmobilität gründete sich: Bürger überlegen, was für Radfahrer getan werden kann. Zudem stellte die Stadt einen Radstadtplan vor. Er zeigt, wo auch ohne Radweg gut gefahren werden kann.

Darüber hinaus arbeitete man mit der Fachhochschule Münster zusammen bei einem internationalen Radverkehrsworkshop. Im Nachgang schrieb ein Student seine Masterarbeit über Radverkehr in Lüdenscheid. Die Stadt wertet die Arbeit derzeit aus und die Ergebnisse werden veröffentlicht.

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