Juni: Sigrid Schröder

Sigrid Schroeder ist Vorsitzende des Lüdenscheider Altstadtvereins.

Lüdenscheid - „Guten Morgen, geht es Ihnen gut!?“ Fröhlich wirft Sigrid Schroeder, neue Lüdenscheiderin des Monats, ein nettes Wort über die Ringmauerstraße. “Oh sehen Sie, ein echter Altstädter, der Kleine“, sagt sie und blickt in einen Kinderwagen, mit dem die junge Mutter übers Pflaster holpert.

„Moment, ich muss mal eben meiner Mutter die Treppe herunter helfen.“ – Wer mit der Vorsitzenden des Altstadtvereins durch die Ringe schlendert, die um die Erlöserkirche kreisen, wird Teil einer großen Familie. Man kennt sich, man grüßt sich, man nimmt Anteil an Freud’ und Leid.

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Die Altstädter sind offen für jeden, der ihr historisches Viertel schätzt. Mehr als 60 von ihnen haben sich 2007 wieder vereinsmäßig zusammengeschlossen. In Sigrid Schroeder (58), Vorsitzende seit zwei Jahren, haben sie jemanden an zentraler Stelle, der in die Altstadt hineingeboren wurde, ihre Besonderheiten verkörpert, ihre Vorzüge preist. Dabei kann sie sich auf viele Helfer stützen. Deshalb ist sie unsere Lüdenscheiderin des Monats Juni.

Sigrid Schroeder freut sich, wenn die Altstadt belebt ist. Die Italienische Nacht im Juni, von einem Vereinsmitglied organisiert, ist für sie ein schönes Beispiel für kleine, feine Feste, mit denen man sich als sympathisches, reizvolles Viertel präsentieren kann. Am 18. August steht das nächste an: Dann kehrt das Mittelalter in die Mauern zurück, die keineswegs immer so historisch sind, wie’s den Anschein hat.

Vielen Touristen und Motivjägern ist das egal. Malerische Ecken, hübsche Blumen, historische Details, aufgearbeitete Türen, schmiedeeiserne „Zunftzeichen“ an vielen Läden – das Flair ist spürbar, aber auch Ergebnis harter Arbeit, ständigen Kümmerns, gemeinschaftlicher Überlegungen und vieler Einsätze.

Sigrid Schroeder ist ein echtes Kind der Altstadt; ihre Familie wohnt nebenan, gegenüber, um die Ecke. Die Tochter ist nach vier Jahren am Wehberg „in die Heimat“ zurückgekehrt. Neue Investoren, die die Mieten erhöhen, alte Eigentümer, die sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr kümmern, neue, die begeistert und behutsam renovieren – von solchen Veränderungen erzählt sie, wenn sie Kontakte pflegt, jemanden im Altenheim besucht, der in seiner Altstadt-Wohnung nicht weiter altern konnte. „Es ist eine lebendige Stadt, da ist immer ein Kommen und Gehen.“ Unbeachtet bleibt nichts, wie es sich für eine Gemeinschaft gehört. Nur bei einigen Nachbarn rätselt Sigrid Schroeder noch: „Wir haben auch Fledermäuse in der Alstadt. Wir wissen aber nicht, wo sie wohnen.“

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