Querelen mit Naturschützern: Famo-Wald muss umziehen

LÜDENSCHEID - „Eine dicke Überraschung“ hatte Famo-Initiator Willi Denecke bei der Eröffnung des Familienmonats für dessen Schlussveranstaltung versprochen. Die Überraschung ist da, aber anders, als es Willi Denecke gemeint hat.

Von Willy Finke

Der geplante Familienwald kann nicht auf dem Areal von Alhard Graf von dem Bussche-Kessell im Stilleking entstehen. Doch eine Lösung wurde sehr kurzfristig gefunden: Die Stadt stellt eine Fläche im Stadtpark zur Verfügung.

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Für jedes innerhalb eines Jahres neugeborene Kind in Lüdenscheid, so lautete die Idee, soll ein Baum gepflanzt werden. Alhard Graf von dem Bussche-Kessell hatte dafür ein 1,5 Hektar großes Grundstück zur Verfügung gestellt. Alexander Kremer als Inhaber des Gartencenters Kremer wurde als Sponsor gewonnen.

Wie am Mittwoch zu erfahren war, hat es kurzfristig erhebliche Probleme bei der Umsetzung dieser Pläne gegeben. Willi Denecke selbst wollte sich hierzu allerdings nicht äußern. Er verwies auf ein für Donnerstag geplantes Pressegespräch.

Die Vorbereitungen für das Gelände im Stilleking waren bereits sehr weit gediehen. Ein Landschaftsarchitekt hatte den Familienwald entworfen, der zu einem Magneten für alle Lüdenscheider werden sollte. 50 Bäume sollten in einem ersten Schritt gepflanzt werden. Doch dann die Wende: Der Förderverein Naturschutz MK, dem das Gelände rund um den geplanten Familienwald anvertraut ist, genehmigte in einem Brief an die Famo-Organisatoren eine Zuwegung zum Familienwald nur für den Famo-Schlusstag am 27. Oktober. Diese Zuwegung sollte über das Gebiet der Naturschützer führen. In dem Brief, der von Hans Obergruber als 2. Vorsitzenden und Klaus D. Woidasky als Geschäftsführer unterschrieben ist, heißt es, eine dauerhafte Zuwegung widerspreche den „eigenen Planungen“ des Vereins und könne deswegen auf keinen Fall genehmigt werden. Andere Zuwegungen, so war am Mittwoch zu erfahren, sind nicht möglich, da sie durch forstwirtschaftlich genutztes Waldgebiet des Grafen von dem Bussche führen müssten. Dies, so hieß es, sei aus Sicherheitsgründen nicht denkbar.

In einem kurzfristig einberufenen Krisengespräch gab es dann doch noch eine Lösung. Bürgermeister Dieter Dzewas mobilisierte seine zuständigen Mitarbeiter mit dem Ergebnis: Im Stadtpark ist Platz für den Familienwald. Die Stadt stellt dem Famo-Förderverein etwa zwei Hektar zur Verfügung, die direkt unterhalb des Mercure-Hotels liegen. Am Eingang dieses Geländes soll noch bis zur großen Famo-Abschlussveranstaltung ein Baumtor entstehen. Mitarbeiter des Garten- und Landschaftsbaubetriebs Frey aus Lüdenscheid werden zudem in den nächsten Tagen nach den erforderlichen Rodungsarbeiten 50 Bäume pflanzen. Es handelt sich dabei um sechs verschiedene heimische Laubbaum-Arten. Entstehen soll eine Allee, die allmählich in den Stadtpark hineinwächst. Nun laufen die Vorbereitungen für das Famo-Abschlussfest auf Hochtouren.

Wie es aus Kreisen des Vereins heißt, will man alles daran setzen, das Beste aus der kurzfristigen Änderung zu machen. Wünschenswert für die Zukunft sei beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit der Agenda 21-Stadtpark-Gruppe.

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