Fassadenprogramm in Lüdenscheid

Quartier Knapp: Bürokratie und Förderchaos

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Falko Benger hat sich nach der Absage auf den Anstrich der Frontfassade seines Hauses beschränkt.

Lüdenscheid - Bürokratie und Förderchaos: Das Fassaden- und Hofflächenprogramm birgt für einige Hausbesitzer im Quartier Knapp ungeahnte Tücken.

Der Lüdenscheider Falko Benger etwa wollte sein Haus an der Friedrichstraße durch einen Anstrich verschönern und freute sich auf einen Zuschuss aus dem Programm. Doch im Stadtumbaubüro bekam er eine Absage. Begründung: Wer in seinem eigenen Haus wohnt, bekommt nichts.

Sowohl Karsten Hoeing im Stadtumbaubüro als auch Planungsexperte Lars Bursian im Rathaus sind unglücklich mit der Regel. Bursian: „Aber wer einen anderen Förderzugang hat, dem können wir mit unserem Fassaden- und Hofflächenprogramm leider nicht helfen.“ Im Klartext: Benger hätte die Möglichkeit, über ein Förderprogramm bei der NRW-Bank ein zinsgünstiges Darlehen für „selbst genutztes Wohneigentum in erhaltenswerter Baussubstanz“ zu nehmen. Dass dieses Programm mit dem örtlichen Zuschussversprechen kollidiert, liegt nach Worten Karsten Hoeings an „fehlender Abstimmung“ zwischen den Ministerien und sei „abstrus“ zu nennen.

Für Falko Benger sind die Konsequenzen klar. Statt eine Rundum-Sanierung seines Hauses in Auftrag zu geben, beschränkte er sich auf den Anstrich der Fassade an der Straßenfront. „Ich wollte keinen Kredit, ich wollte einen Zuschuss. Diese Praxis ist doch total widersprüchlich.“ Bezahlt hat er den Anstrich allein.

Das örtliche Förderprogramm zur Verschönerung des Stadtteils rund um den Knapp läuft zum Ende der Sommerferien aus. Noch können Hausbesitzer Zuschüsse beantragen – sofern sie nicht in ihrem eigenen Haus wohnen. Und noch eine Bedingung: Soll der Zuschuss fließen, muss eine Maßnahme noch in diesem Jahr verwirklicht und mit dem Handwerker abgerechnet sein.

Seit der Schaffung des Programms hat es nach Hoeings Worten 20 Bewilligungen gegeben, drei Anträge sind aktuell in der „Pipeline“, einige weitere Vorhaben noch auf dem Weg.

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