Corona-Pandemie

Quarantäneregeln für Schüler: So wird es im MK gehandhabt

hand beim coronatest
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Auch im Märkischen Kreis müssen bald nur noch die Infizierten Schüler in Quarantäne.

Jeden Tag eine neue Regel: Von der 14-Tages-Quarantäne für Kontaktpersonen in Schulen hatte sich der Märkische Kreis am Dienstag zur Fünf-Tages-Quarantäne (mit Freitesten) durchgerungen. Nun sollen Kontaktpersonen gar nicht mehr in Quarantäne müssen.

Märkischer Kreis – Neu ist es nicht, dass in Pandemie-Zeiten Dinge ganz kurzfristig andere Wendungen nehmen als erwartet. Nun also beim Thema der Quarantäne für Schülerinnen und Schüler. Am Montag hatten die Gesundheitsminister aller Länder einen neuen Weg vereinbart. Am Dienstag schlug das Gesundheitsamt im Märkischen Kreis diesen Weg in vorauseilendem Gehorsam ein. Am Mittwoch war dieser Stand in NRW schon wieder überholt…

Noch am Dienstagabend hatte sich nämlich das Land NRW positioniert und ist dabei mit seiner Position nicht auf der Linie der Gesundheitsminister geblieben. Die hatten geraten, direkte Kontaktpersonen in Schulklassen (also zum Beispiel direkte Sitznachbarn) in Quarantäne zu schicken und nach fünf Tagen bei einem negativen Corona-Test wieder aus der Quarantäne zu entlassen. Das Land NRW geht nun weiter: Nur noch die positiv getesteten Schülerinnen und Schüler müssen in Quarantäne, auch die direkten Kontaktpersonen verbleiben im Präsenzunterricht. Es ist ein mutiger Weg, allerdings einer, der an der Basis auf Zuspruch trifft.

„Dieser Weg entspricht den Forderungen des Landkreistages und des Städtetages“, sagt Volker Schmidt, Chef des Gesundheitsressorts beim Märkischen Kreis, „es ist natürlich jetzt keine einheitliche Linie mehr mit den übrigen Bundesländern. Aber in Schleswig-Holstein macht man es genauso, und in Baden-Württemberg wird man wohl auch nachziehen.“

Quarantäneregeln für Schüler: So wird es im MK gehandhabt

Auch Schmidt hatte sich diesen Weg vor den Verhandlungen der Gesundheitsminister gewünscht. „Durch die engmaschigen Tests in den Schulen können wir Infizierte schnell rausfiltern“, sagt der Lüdenscheider, „aus unserer Sicht ist das keine schlechte Lösung.“ Gut ist die Lösung natürlich auch für den Arbeitsaufwand, vor allem in den Schulen selbst, denn die Lehrerinnen und Lehrer müssen nun nicht mehr aufwändig die Kontaktpersonen, also Sitznachbarn in allen möglichen Klassen- und Kurskonstellationen, ermitteln. „Die Arbeit verändert sich“, sagt Schmidt, „das ist eine große Erleichterung für die Schulen.“

Dass das Gesundheitsamt die Kunde aus Düsseldorf am Dienstagabend über die Medien und die Presseerklärung des Landes NRW zugetragen bekam – für Schmidt ist das in Zeiten der Pandemie nichts Neues. Man gewöhnt sich an die Dinge, an die man sich eigentlich nicht gewöhnen sollte. Für die Lüdenscheider Gesundheitsbehörde bedeutete dies am Mittwochmorgen die nächste Rücksprache mit Arnsberg. Videoschalte mit der Bezirksregierung. Was tun?

Wir wollen jetzt eine Regelung, die dann auch Bestand haben wird!

Volker Schmidt, Leiter des Ressorts Gesundheit beim Märkischen Kreis

Man einigte sich darauf, erst einmal die Füße stillzuhalten. „Es ist ein dynamisches Geschehen. Das ist halt so. Aber nun muss man schauen, wie es konkret umgesetzt wird“, hatte Schmidt noch vor der Videokonferenz festgestellt, „wenn die Verordnung herauskommt, wird man auch noch auf die Feinheiten im Text schauen müssen…“

Auf diese Feinheiten wird man in Lüdenscheid und für den Märkischen Kreis nun warten. Bis zum Wochenende will das Land auch einen neuen bindenden Text für eine Verordnung folgen lassen. Bis dieser vorliegt, bleibt der Kreis dabei: Die Sitznachbarn von positiv getesteten Schülern müssen in Quarantäne und dürfen sich nach fünf Tagen freitesten lassen. „Es ist ja nur eine kurze Zeit bis zur Verordnung“, sagt Schmidt, „ich rechne damit, dass sie vielleicht sogar schon am Donnerstagabend vorliegen könnte.“ Für ihn ist vor allem eines nach dem Hin und Her zum Wochenstart wichtig: „Wir wollen jetzt eine Regelung, die dann auch Bestand haben wird.“

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