150 kleine und große Gäste in den Filmpalast

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Toni Barber inmitten seiner Fans – im Kino an der Werdohler Straße zeigte der Puppenspieler den „Kleinen Raben Socke“.

LÜDENSCHEID - Selbst die kleinsten Besucher wissen schon: Kino ohne Popcorn geht nicht. Allerdings wurde im Filmpalast an der Werdohler Straße kein Kinofilm gezeigt. Der Protagonist der Vorstellung war ein kleiner frecher Rabe mit Ringelsocke und immer einem frechen Spruch auf den Lippen – als Stabpuppe.

Stabfiguren oder auch Stockpuppen sind solche, deren Leben durch das geschickte Führen der an der Puppe befestigten Stäbe erwacht. Eine Fertigkeit, die der Puppenspieler Toni Barber nach und nach für sich perfektioniert hat. Mit seinem Headset steht er hinter der Puppenbühne, die im Kinosaal aufgebaut ist, und haucht dem kleinen, frechen Raben Leben ein. In der vierten Generation steht das Puppentheater auf, oder besser hinter der Bühne. Einen anderen Beruf als den des Puppenspielers kann sich der 30-jähriger Toni Barber nicht mehr vorstellen. Hauptberuflich zieht er inzwischen durchs Land, um seine Geschichten zu zeigen. Eine Nische, die sich offenbar großer Beliebtheit erfreut. Mehr als 150 kleine Gäste und ihre erwachsenen Begleiter sind in den Filmpalast gekommen, um sich die kleinen Stücke um Rabe Socke anzusehen.

Dass in der Umsetzung der Geschichten aus der Feder von Nele Moost und Annet Rudolph für die (Puppen)Bühne viel Liebe steckt, merkt man. Die Begeisterung fürs Puppenspiel überträgt sich auf die vielen Kinder im Saal. Gebannt starren sie auf den silbernen Samtvorhang, warten darauf, dass die bekannte Erkennungsmelodie unzähliger DVD-Geschichten um den Raben ertönt. Inhaltlich auf das Alter der kleinen Gäste abgestimmt, muss Rabe Socke sich in dem Dreiakter zunächst damit befassen, sich all das zu merken, was sich Frau Dachs von Frau Eule leihen möchte. Dass dabei allerlei durcheinander gerät, ist logisch, wenn man als kleiner Rabe unterwegs auf jede Menge Ablenkungen trifft. Um Socke als kleinen, frechen Angstraben geht es im zweiten Teil der Geschichten – „Alles mutig“. Erst behauptet er, wer Angst hat ist doof, und dann fürchtet er sich plötzlich abends allein und versucht, bei seinen Freunden unterzuschlüpfen - natürlich ohne den wahren Grund zu verrate. Wer will schon als Hosenschisser entlarvt werden?

Nach dem Schluss der Vorstellung im Filmpalast trauen sich die kleinen Besucher nach vorn und werfen neugierige Blicke hinter die Puppenbühne. Puppenspieler Toni Barber lässt sich nicht lange bitten und packt die zuvor sorgsam verstauten Figuren wieder aus. Hase, Eule, Socke, Dachs werden gestreichelt und fürs Familienalbum abgelichtet. Familie Barber geht gern in Kinosäle. Die Sitzreihen garantieren beste Sicht für jeden. Kino also mal anders – und mit mehr Besuchern, als mancher Film zu bieten hat. - Jutta Rudewig

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