Psychologische Beratung: Zahlen „unglaublich hoch“

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Ob mit der Gruppenaufstellung auf dem Brett, ob mit der Sprechpuppe oder mit Postkarten: Die Psychologinnen Rendel Simon (l.) und Gesa Reiners sowie ihr Kollege Dieter Löbel bieten ganzen Familien therapeutische Hilfen an. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Die Psychologische Beratungsstelle Lessingstraße wird 40 Jahre alt. Die Einrichtung ist Anlaufstelle für Menschen jedes Alters, aus allen Gesellschaftsschichten, und bietet auch ganzen Familien therapeutische Hilfen im Alltag an. Nach wie vor arbeitet das Team um Leiterin Rendel Simon für die Klienten gratis – und personell am Limit.

Die Entwicklung der Fallzahlen an der Lessingstraße hält nach Abklingen der Wirtschaftskrise, in der die Menschen vermehrt unter finanziellen und damit seelischen Druck geraten waren, weiterhin an. „Die Anmeldzahlen sind nach wie vor unglaublich hoch“, sagt Rendel Simon. Allein 2010 hätten sie und ihre Kollegen Gesa Reiners und Dieter Löbel 650 Fälle bearbeitet, das entspräche einer Zahl von rund 1000 Personen, zu denen die Berater jeweils mehrfach Kontakt gehabt hätten.

Im Gegensatz zu den niedergelassenen Psychotherapeuten habe die Beratungsstelle nach wie vor die Möglichkeit, die Wartezeiten vor einem Ersttermin vergleichsweise kurz zu halten. Während man ansonsten bis zu ein Jahr auf ein Erstgespräch mit einem Therapeuten warten müsse, sei der Anfangskontakt an der Lessingstraße in der Regel nach ein bis zwei Monaten hergestellt.

Nachdem der evangelische Kirchenkreis als Träger seine Beratungsstelle vor zwölf Jahren hat schließen wollen, war massive öffentliche Kritik laut geworden. Die eilige Gründung eines Fördervereins, die Bereitschaft der Kirche, doch weiterzumachen und vor allem die finanzkräftige Hilfe der Karl-Reeber-Stiftung verhinderte das Aus für die Einrichtung. Der Förderverein unter Vorsitz von Dr. Dirk Stahlschmidt hat sich vorgenommen, jährlich 50 000 Euro aufzubringen, um den Betrieb an der Lessingstraße aufrechtzuerhalten, die Hälfte davon kommt bislang aus der Liechtensteiner Karl-Reeber-Stiftung.

Zum 40-jährigen Bestehen der Beratungsstelle gibt der Gospelchor „Risecorn“ am 18. September, 16 Uhr, ein Benefizkonzert in der Kirche Oberrahmede. Der Eintritt kostet 5 Euro. Tickets gibt’s im Vorverkauf in der Beratungsstelle und im LN-Ticketshop. Nach dem Konzert steigt mit Unterstützung des Obdachlosenfreundeskreises ein großes Grillfest. Für Kinderbetreuung ist gesorgt. Der Erlös geht an den Förderverein der Beratungsstelle.

Wer spenden möchte, kann einen Betrag seiner Wahl entweder auf das Konto 167 106 der Sparkasse Lüdenscheid (BLZ: 458 500 05) oder das Konto 116 829 400 der Volksbank im Märkischen Kreis (BLZ: 447 615 34) überweisen.

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