20 Verhandlungstage

Prozess nach Schüssen an der Wehberger Straße

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Für großes Aufsehen unter den Nachbarn sorgte der Einsatz zahlreicher Polizisten nach den ominösen Schüssen am 7. Juni 2014 an der Wehberger Straße.

Lüdenscheid - Schüsse an der Wehberger Straße: Für großes Aufsehen unter den Nachbarn hatte im vergangenen Sommer ein Polizeieinsatz an der Wehberger Straße gesorgt. Ab Mittwoch müssen sich nun drei 26-, 29- und 30-jährige Männer wegen versuchten Mordes vor dem Schwurgericht in Hagen verantworten.

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Eines der spektakulärsten Verbrechen, die im vergangenen Jahr in Lüdenscheid begangen wurden, steht vor seiner juristischen Aufarbeitung. Das Schwurgericht am Landgericht Hagen verhandelt ab 18. Februar gegen drei 26-, 29- und 30-jährige Männer wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitzes. Sie sollen für eine Schießerei verantwortlich sein, bei der am 7. Juni an der Wehberger Straße ein Lüdenscheider durch zwei Schüsse aus einer Pistole schwer verletzt wurde.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft handelte es sich um einen Racheakt im Drogenmilieu. Informationen unserer Zeitung zufolge hatte der Jüngste des Trios – ein polizeibekannter Drogendealer aus Lüdenscheid – die Tat eingefädelt und seine beiden Bekannten aus Kerpen und Bergheim in seine Pläne eingeweiht. Er war wenige Wochen zuvor selbst in einen Hinterhalt des späteren Opfers geraten.

Wie es weiter heißt, war er dazu in eine Wohnung am Asenberg gelockt und von mehreren Männern gefesselt und schwer misshandelt worden. Möglicherweise wollten die Männer Geld oder Drogen von dem Lüdenscheider erpressen.

Der Prozess beginnt am Mittwoch, 18. Februar, um 9.30 Uhr im Saal 201 des Landgerichts.

Die beiden Rheinländer reisten offenbar am Tattag mit einem blauen Audi A3 in der Kreisstadt an und trafen sich mit ihrem Komplizen in der Innenstadt. Der hatte sich nach letzten Ermittlungsergebnissen inzwischen mit einer halbautomatischen Pistole bewaffnet. Doch der junge Mann, den sie suchten, war nicht zu Hause, sondern auf Besuch bei einem Freund am Wermecker Weg – unweit seiner Wohnung an der Wehberger Straße.

Mit einem Telefonanruf brachten die Beschuldigten ihr Opfer dazu, zu seiner Wohnadresse zu kommen. Als der Lüdenscheider die beiden Männer aus dem Rheinland auf der Straße erblickte, roch er die Gefahr und rannte los.

Nach aktuellen Erkenntnissen saß der 26-Jährige, der die Strafaktion laut Staatsanwaltschaft veranlasst hatte, auf der Ludwigstraße bei laufendem Motor in dem blauen Audi und wartete. Die beiden Angreifer verfolgten ihr Opfer zu Fuß und feuerten dabei mehrere Schüsse auf ihn ab. Zwei Kugeln trafen – eine in den Oberschenkel, eine in die Wade. Ein weiterer Schuss ging daneben. Der Verletzte konnte sich in einen Hauseingang retten, die drei Angeklagten flohen in dem Audi in Richtung Wehberg und von dort zur Autobahnauffahrt Lüdenscheid Nord.

Das Tatopfer macht laut Gericht keine brauchbaren Angaben zu dem Verbrechen. Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen. Sie sitzen in U-Haft. Für das Verfahren sind 20 Verhandlungstage angesetzt. - omo

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