Fingierte Unfälle: Prozess gegen Lüdenscheider ausgesetzt

LÜDENSCHEID/HAGEN - Der Prozess gegen zwei Lüdenscheider, denen die Staatsanwaltschaft Hagen Versicherungsbetrug mit fingierten Autounfällen vorwirft, muss komplett neu aufgerollt werden.

Von Thomas Krumm

Nachdem zunächst einzelne Verhandlungstage ausgefallen waren, setzte die Strafkammer des Landgerichts am Montag die Verhandlung aus.

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100.000 Euro durch Betrug mit Autounfällen verdient

Grund ist die Erkrankung des 38-jährigen Angeklagten, die offenbar schwerer ist als zunächst angenommen. Er wurde am Montag operiert, und wann er entlassen werden kann, ist noch völlig offen.

„Angesichts der angespannten Terminlage der Kammer und aus Gründen der Fairness hinsichtlich einheitlicher Aussagen zur Sache setzt die Kammer das Verfahren aus“, sagte die Vorsitzende Richterin Dr. Fiebig-Bauer zur Erklärung.

Die Vorwürfe

Die beiden Angeklagten müssen sich wegen gewerbsmäßigen Betruges in 17 beziehungsweise 13 Fällen verantworten. In acht Fällen sollen sie gemeinschaftlich gehandelt haben.

Die Vorgehensweise soll dabei immer ähnlich gewesen sein: Entweder die beiden Angeklagten führten gemeinsam mit zwei Fahrzeugen einen Unfall absichtlich herbei, oder weitere Personen wurden angestiftet, als einer der Unfallbeteiligten zur Verfügung zu stehen.

Anschließend wurde der Versicherung des „Unfallverursachers“ die hohe vierstellige Rechnung für den angeblich „aus Versehen“ angerichteten Schaden über einen Anwalt zugesandt.

Insgesamt sollen die beiden Angeklagten auf diese Weise einen Betrag von weit über 100000 Euro ergaunert haben.

Sie schwiegen bisher zu den Vorwürfen.

Bisheriger Verhandlungsverlauf

Die bisherigen Verhandlungen nahmen einen wechselnden Verlauf: Einige Zeugen, die an den Unfällen beteiligt waren, verweigerten mit Blick auf das ihnen selbst drohende Strafverfahren die Aussage. Andere wollten offenbar reinen Tisch machen und belasteten die Angeklagten mit der Aussage, sie seien von ihnen zu den fingierten Unfällen angestiftet worden.

Unter den Zeugen ist auch ein Fahrer der MVG, der allerdings wegen der Aussetzung von Verhandlungstagen bisher noch nicht aussagen konnte.

Das aufwändige Verfahren wird voraussichtlich im Herbst noch einmal von vorne beginnen.

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