16-facher Bandendiebstahl: Täter langten auch in Lüdenscheid zu

HAGEN/LÜDENSCHEID -Sieben Männer im Alter zwischen 22 und 45 Jahren aus Werdohl, Neuenrade und Kirchhundem müssen sich vor der 9. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Dieter Krause für 16-fachen Bandendiebstahl verantworten.

Von Anja Grevener

Recht cool und nahezu ohne Regung hörten sich die sieben Angeklagten die zahlreichen Vorwürfe der Anklageschrift an – die Hände vor sich auf den Tischen verschränkt oder sogar lässig auf ihren Stühlen zurückgelehnt.

Die sieben Männer mit türkischen und russischen Wurzeln sollen – teilweise mit äußerster Brutalität – im Zeitraum zwischen Mai und August vergangenen Jahres in Tankstellen in Werdohl, Balve, Neuenrade und Lüdenscheid, in einen Kiosk an der Freiheitsstraße in Werdohl und ein Fachgeschäft für Elektronikartikel an der Erste Straße in Neuenrade eingebrochen sein.

Ihre Beute bestand dabei offenbar hauptsächlich aus Stangen von Marken-Zigaretten und weiteren Tabakwaren. Kleinere Mengen an Whiskey oder auch Kaugummi sollen die Männer ebenfalls nicht verschmäht haben. Einer der Angeklagten, ein 45-jähriger Werdohler, ist zudem wegen gewerbsmäßiger Hehlerei angeklagt. Denn er soll als Besitzer eines Kiosks in der Werdohler Innenstadt der sechsköpfigen Einbrecherbande die Zigaretten meist direkt am Tag der einzelnen Taten abgekauft und dann im eigenen Laden zum Weiterverkauf angeboten haben.

Bei den einzelnen Einbrüchen, die die Männer meist spät in der Nacht oder am frühen Morgen zwischen drei und fünf Uhr begangen haben sollen, setzten sie alle möglichen Gegenstände ein, um in die jeweiligen Läden zu gelangen, maskierten sich auch teilweise.

So sollen sie etwa bei einer Tankstelle an der Neuenrader Straße in Balve und gleich im Anschluss an der Werdohler Straße in Neuenrade Türen oder Schaufensterscheiben mit einem Holzpfosten eingeschlagen haben, um ins Innere zu gelangen. Bei anderen Gelegenheiten, etwa bei der Total- Tankstelle an der Altenaer Straße in Lüdenscheid, sollen sie ebenfalls die „Werkzeuge“, die ihnen offenbar gerade in die Hände gerieten, genutzt haben: schwere Mülleimer, Gullideckel oder Blumenkübel, die sie auf das Glas geworfen haben sollen.

Bei einer Gelegenheit brachten sie anscheinend einen massiven Vorschlaghammer mit, um damit die Scheiben zu zertrümmern. Im Neuenrader Elektronikgeschäft zerstörten sie bei zwei dicht aufeinanderfolgenden Taten Ende August vergangenen Jahres drei Glasvitrinen und ließen LCD-Fernseher, Navigationsgeräte, Handys, MP3-Player und Receiver im Wert von rund 8000 Euro mitgehen, so ein weiterer Vorwurf der Anklage.

Der Gesamtschaden an gestohlenen Waren, den die sieben Männer der Bande in unterschiedlicher Besetzung bei ihren 16 Einbrüchen angerichtet haben sollen, beläuft sich auf rund 31 500 Euro.

Am ersten Prozesstag erfolgten bislang nur die Feststellung der Personalien der Angeklagten und die Verlesung der umfangreichen Anklageschrift, in der die mutmaßlichen Taten der Männer eindrücklich beschrieben wurden. Ob sich alle sieben Angeklagten am Freitag in der ersten Fortsetzung der Verhandlung zu den ihnen zur Last gelegten Taten äußern werden, ist noch unklar.

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