4,2 Prozent weniger Fälle, 56,7 Prozent Aufklärung

LÜDENSCHEID ▪ Die Polizeiinspektion (PI) Süd liegt laut aktueller Kriminalstatistik in einer der sichersten Regionen Nordrhein-Westfalens. Während sich die Zahl der registrierten Straftaten um 264 auf 6066 reduziert hat – das entspricht einem Rückgang von 4,2 Prozent – haben die örtlichen Ermittler ihre Aufklärungsquote nach 2009 abermals erhöhen können, und zwar auf 56,7 Prozent. Im Landesschnitt liegt die Quote bei 49,9 Prozent. Das teilte gestern die stellvertretende PI-Leiterin Alexandra Füchter mit.

Wie die Polizeirätin weiter erklärte, habe die positive Entwicklung einerseits mit polizeilicher Strategie und „großem Engagement der Beamten“ zu tun, andererseits aber auch mit „einer neuen Kultur des Hinschauens“. Immer mehr Bürger zeigten Zivilcourage und riefen die Polizei oder erstatteten Strafanzeige. Das ermögliche intensivere Ermittlungsarbeit. Alexandra Füchter: „Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Bürger zum Telefon greifen.“

Einen deutlichen Rückgang von 10,4 Prozent (276 Fälle) verzeichnet die Polizei insgesamt bei den Eigentumsdelikten. Gleichzeitig sei in dieser Kategorie eine rasante Steigerung bei Wohnungseinbrüchen zu beobachten (32 Prozent). Und die Quote der sogenannten Tageswohnungseinbrüche ist sogar um 120 Prozent in die Höhe geschnellt: 2009 waren es 25 Fälle, 2010 schon 55. Darunter zählen auch Einbrüche, die im Versuch steckengeblieben sind, weil Hauseigentümer sich bautechnisch immer besser absichern – unter anderem ein Verdienst der Aufklärungsarbeit im Kriminalkommissariat Vorbeugung.

Verstärkten Nachtstreifen und einer Erhöhung des Kontrolldrucks ist nach Angaben der Kripo eine weitere gute Nachricht zu verdanken: In Sachen Kraftfahrzeugkriminalität – also Aufbruch von und Diebstahl aus Autos – ist die Zahl im Stadtgebiet von 594 auf 330 gesunken, das entspricht einer Verringerung von 44,4 Prozent.

Dem steht ein Anstieg der Zahl von sogenannten Rohheitsdelikten – Erpressung, Raub oder Körperverletzung – gegenüber, die um 8,3 Prozent auf 1033 Fälle geklettert ist. Die Ermittler führen den Anstieg unter anderem darauf zurück, dass Gewaltdelikte zunehmend in Gruppen begangen werden. Hier liegt die Aufklärungsquote bei rund 80 Prozent.

Sorgen bereitet der Polizei eine „kleine Gruppe von Intensivtätern“. 17 von ihnen landeten 2009 in Haft.

Olaf Moos

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