90 Prozent erreichen das Beratungsziel

LÜDENSCHEID ▪ Seit dem Start des präventiven Unterstützungsangebots „Frühe Hilfen“ durch die Beratungsstelle des Jugendamtes im Jahr 2010 hat es 74 Anmeldungen gegeben, 51 davon allein im vergangenen Jahr. Und: 90 Prozent jener, die eine Beratung in Anspruch nehmen, erreichen auch das Beratungsziel.

Diese Zahlen nannte am Dienstagabend Christine Kirchner von der Beratungsstelle in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Sie zog ein erstes positives Fazit: „Das Angebot wird gut angenommen, der Trend hält an. Unserer Meinung nach schließt sich durch die ‘Frühen Hilfen’ eine Lücke im präventiven Kinderschutz.“

Wie sie in ihren Ausführungen weiter erläuterte, nehmen 90 Prozent der Hilfe Suchenden das Angebot nach der Geburt eines Kindes dar. Dann gehe es in 55 Prozent der Fälle um Erziehungsunsicherheiten, beim Rest der Ratsuchenden um Hebammen-Fragen, Partnerkonflikte, Fragen nach der Trennung oder um Überforderung der Eltern. Festzustellen sei, so Kirchner weiter, dass zehn Prozent jener Mütter, die wegen Erziehungsunsicherheiten das Gespräch suchen, psychisch selbst hoch auffällig, zum Teil sogar in Behandlung seien. 24 Prozent der Eltern, die zur Beratung kämen, hätten laut Kirchner einen Migrationshintergrund.

Mit Verwunderung nahmen einige Ausschussmitglieder zur Kenntnis, dass die Mehrzahl der Klienten älter als 25 Jahre, ein Großteil davon sogar zwischen 30 und 40 Jahren alt seien. Anette Schwarz (FDP) stellte in diesem Zusammenhang die Frage, ob die Zielgruppe nicht ursprünglich eine andere gewesen sei, nämlich junge Familien mit sozialen oder gesundheitlichen Schwierigkeiten. Kirchner sagte zu, diese Zielgruppe weiter im Blick zu haben, verwies aber auch auf die generelle differenzierte Angebotsstruktur der Beratungsstelle.

In diesem Zusammenhang verwies Kirchner auch auf das hohe Maß an Kooperationen, sei es mit Hebammen, dem Jugendamt oder sonstigen Diensten. Diese Kooperation sei vor allem durch die qualifizierte Fachkraft möglich geworden, die ihre Arbeit zum 1. Februar 2010 aufgenommen hat und für die „Frühen Hilfen“ in der Beratungsstelle mitverantwortlich zeichnet. Nicht zuletzt durch deren Arbeit könnten 70 Prozent der Hilfesuchenden in den ersten vier Wochen nach der Anfrage beraten werden. ▪ Kerstin Zacharias

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