100 Protestler gegen Rechtsextremismus

Sie zeigten Flagge: Mehr als 100 Bürger protestierten am Samstag gegen Rassismus und Rechtsextremismus. - Fotos: Schmidt

Lüdenscheid -  Neonazi-Gewalt, Rassismus und rechtsextreme Strukturen verschwinden nicht einfach so von allein. Nötig ist daher eine klare Abwehrhaltung der Zivilgegesellschaft. Es war genau dieser Gedankengang, der die Teilnehmer einer Demonstration am Samstag in der Innenstadt einte. Reden, Rufe und Transparente bewiesen es. Initiiert worden war der Protest vom Lüdenscheider „Bündnis gegen Rechts“.

Gut 100 Bürger wollten dabei an diesem Nachmittag ein Signal gegen „Faschismus, Rassismus und Krieg“ setzen, darunter Vertreter der Linkspartei, Jusos, Friedensaktiviste und Förderer des Autonomen Zentrums Lüdenscheid (AZ). Vereinzelt sah man indes auch Demo-Teilnehmer, die man ansonsten eher im bürgerlichen Milieu verorten würde. Insgesamt prägten gerade auch viele junge Lüdenscheider das Erscheinungsbild der rund 90-minütigen Veranstaltung.

Nach der Auftaktkundgebung am Graf-Engelbert-Platz zog der bunte und laute Tross durch die Oberstadt, über den Sauerfeld, die Wilhelmstraße und den Sternplatz zum Abschluss in den Rosengarten. Die Polizei war an der Strecke mit rund zehn sichtbaren Kräften präsent. Dazu kam noch eine Reserve im Hintergrund. Anlass zum Eingreifen gab es für die Uniformierten während der Demo nicht.

Trotz etwas limitierter Akustik waren die Kernbotschaften an diesem Nachmittag nicht zu überhören. In mehreren Redebeiträgen geißelten Demonstranten das mörderische Treiben des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und die unklare Rolle der staatlichen Ermittlungsbehörden. Die harten Anwürfe dabei: „Die Nazis kooperieren mit dem Staat, Rechtsextreme sind wieder salonfähig, Rassismus und Diskriminierung sind strukturelle Probleme in Staat und Gesellschaft.“

Thema bei der Demonstration waren aber auch Propaganda und Übergriffe von Lüdenscheider Neonazis – und der Widerstand dagegen. Denn bieten lassen wollen sich die Protestler braune Umtriebe in der Bergstadt nicht. Ihre Losung deshalb: „Lüdenscheid bleibt international. Es lebe die internationale Solidarität.“

Eine andere Forderung bei der Kundgebung: „Keine Nazis in den Stadtrat“ – Anspielung auf die Rolle der NPD in Lüdenscheid. Ein Demonstrant formulierte es dabei so: „Der braune Dreck muss weg.“ - dt

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