Protest gegen Dienstpläne: Unruhe im Haus Elisabeth

Dies ist das Motto der Altenpflegehelferin, die ihren Beruf sehr gerne ausübt, aber zu enge Dienstpläne beklagt.

LÜDENSCHEID ▪ Die Altenpflegehelferin (Name der Redaktion bekannt) beklagt ständig geänderte Dienstpläne, die keine planbare Freizeit erlauben. Sie und 14 Kolleginnen haben einen Beschwerdebrief an die Mitarbeiter-Vertretung des Caritas-Altenheims Haus Elisabeth unterschrieben. Von Martin Messy

Die langjährige Pflegerin kritisiert zudem einen harten Führungsstil der Pflegedienstleiterin, die Proteste harsch abbügele sowie unnötige Hetze und Hektik. Das Betriebsklima sei schlecht, obwohl alle ihr Bestes gäben. Von Martin Messy

Nicht nur an Wochenenden, sondern auch innerhalb der Woche müssten die Beschäftigten an der Graf-von-Galen-Straße Teildienste leisten. Sie schöben zig Überstunden vor sich her. Obwohl die Arbeitsvertragsrichtlinien der Caritas festlegten, dass jedes zweite Wochenende dienstfrei sein sollte, geschehe es immer häufiger, dass Pflegekräfte bis zu drei Wochenenden hintereinander zum Dienst eingeteilt werden. „Häufig werden wir gar nicht gefragt, ob wir einen zusätzlichen Dienst übernehmen wollen, sondern einfach eingeteilt“, heißt es in dem Brief.

Irene Szostak, Leiterin der Mitarbeitervertretung (MAV), und ihre Stellvertreterin Steffi Schubert weisen die Kritik entschieden zurück. „Viele der Mitarbeiterinnen arbeiten bereits seit Jahrzehnten im Haus Elisabeth. Das würden sie sicherlich nicht tun, wenn hier ein solches Regiment geführt würde, wie es die Beschwerdeführerin schildert.“

Pflegedienstleiterin Christine Konrad wehrt sich ebenso deutlich gegen den Vorwurf, ihr Führungsstil sei geradezu diktatorisch: „Das ist absoluter Unsinn. Es gibt auch keine Repressalien, wenn jemand bei einem Ausfall nicht einspringen kann“, schüttelt sie den Kopf.

„Frau Konrad hat die Dienst- und Fachaufsicht“, betont Caritas-Direktor Hans-Werner Wolff. Wenn sich vor einem Wochenende kurzfristig jemand krank melde, dann sei schneller Ersatz notwendig. „In einer Pflegeenrichtung kann man nicht einfach so ins Wochenende gehen.“

Carsten Brinkmann, Leiter des Hauses Elisabeth, nimmt die Beschwerde zu den Dienstplänen ernst: „Wir machen da nicht einfach einen Haken dran, sind aber eh immer im Kontakt mit der Mitarbeitervertretung.“ Das Problem im Haus Elisabeth sei, dass ein recht hoher Anteil – 60 Prozent – der Beschäftigten Vollzeit arbeite. „Wir haben schon vor zwei Jahren mit allen Gespräche geführt, volle Stellen zu reduzieren, um mehr Köpfe für die Pflege zu bekommen. Aber keiner wollte reduzieren. Das hatte oft persönliche Gründe, die wir natürlich respektiert haben.“ Die Leitung sei immer im Gespräch mit der MAV, um Dienstzeitenmodelle zu verbessern. Am vorgegebenen Stellenschlüssel aber könne man nicht drehen.

Deutlich wird Hans-Werner Wolff zum Schluss: „Wer hier nicht arbeiten will, der sollte sich anderweitig bewerben. Der Bedarf nach Pflegekräften ist hoch.“

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