Innenstadt Lüdenscheid

Prominenter Leerstand in der City: SPD startet Online-Petition gegen Eigentümer

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Lüdenscheid – Mit einer Petition möchte die SPD-Fraktion den Druck auf die Firmengruppe Peek und Cloppenburg erhöhen.

Denn das Unternehmen halte das leer stehende Kaufhaus am Sternplatz in der Innenstadt seit Jahren „im Dornröschen-Schlaf“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Lüdenscheider Bürger seien nun aufgerufen, an der Petition teilzunehmen. Immerhin sei das Gebäude „vielen Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheidern ein Dorn im Auge“. 

„Seit dem Aus- und Umzug von SinnLeffers im Jahr 2011 ist an prominenter Citylage nichts passiert“, schreibt die SPD-Fraktion. „Nach einer jahrelangen Hängepartie entschied sich Peek und Cloppenburg, obwohl die Stadt die baurechtlichen Voraussetzungen für eine Umgestaltung geschaffen hatte, das Kaufhaus nicht selbst betreiben zu wollen. Interessierte Investoren haben unter anderem wegen des hohen Kaufpreises Abstand von ihren Ideen genommen.“ 

Kaufpreis zu hoch

Mit der Petition wolle die SPD nun „klarmachen, dass uns als Stadtgesellschaft nicht egal ist, wie sich die Innenstadt entwickelt“, wird SPD-Bürgermeisterkandidat Sebastian Wagemeyer zitiert. Peek und Cloppenburg solle den Weg frei für eine Entwicklung der Fläche machen. Dazu müsse das Modeunternehmen bereit sein, einen niedrigeren Kaufpreis aufzurufen. Eine Teilnahme an der Petition ist hier im Internet möglich.

„Sie beinhaltet eine Mail, die direkt an John und Catharina Cloppenburg versendet werden soll. In dem Mailtext heißt es unter anderem: ,Es gibt viele Pläne, was aus diesem Leerstand gemacht werden kann. Doch Sie stehen diesen Plänen im Weg. Die Stadt ist in vielen Bereichen entgegengekommen. Mögliche Investoren haben sich bereit erklärt, Ihre Immobilie zu entwickeln. Am Ende haben Sie sich dagegen entschieden, selbst in das Gebäude einzuziehen. Mit einer Salami-Taktik wurde die ganze Stadt Lüdenscheid hingehalten. Damit muss Schluss sein!‘“ 

P&C wollte bauen, tat es aber doch nicht

2012 hatte P&C eigene Pläne für einen Neubau mit 4500 Quadratmetern Verkaufsfläche vorgestellt. Im dafür abgeschlossenen städtebaulichen Vertrag verzichtete die Stadt seinerzeit allerdings auf die sonst obligatorische Bürgschaft für die Vertragserfüllung. In der Folge baute P&C nicht, musste aber auch keine Strafzahlung befürchten. 

Wagemeyer: „Wir müssen offensichtlich neue Wege gehen, um Bewegung in die ganze Angelegenheit zu bekommen. Wenn wir den Mut aufbringen, gemeinsam einen Prozess einzuleiten, der zum Ziel hat, die Fläche für die Stadt wieder entwickeln zu können, können wir viel erreichen.“ Auf mehrfache öffentliche Anfragen von Medien und Politik hat der Modehändler in den vergangenen Jahren nicht reagiert. 

Falls notwendig, seien weitere Maßnahmen denkbar: „Politisch muss man sich gegebenenfalls anschauen, in welcher Form baurechtliche Veränderungen den Druck hochhalten können. Auf der anderen Seite werden wir auch schauen, wie wir den Protest von Lüdenscheid aus noch weiter in die Welt tragen können.“

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