In den Märkischen Kliniken

Proktologe klärt mit reich bebildertem Vortrag auf

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Dr. Sven Schröder leitender Oberarzt in der Klinik für Allgemein-, Visceral- und spezielle Visceralchirurgie.

Lüdenscheid – Sachlich und anschaulich holte Dr. Sven Schröder, leitender Oberarzt in der Klinik für Allgemein-, Visceral- und spezielle Visceralchirurgie am Klinikum Lüdenscheid, das Thema Proktologie im Seminarzentrum Hellersen aus der Tabu-Ecke heraus.

Mit dem „Tabuthema Proktologie“ meldete sich das Klinikum mit seiner Vortragsreihe „Dienstags in den Märkischen Kliniken“ aus der Sommerpause zurück. Krankheiten, über die niemand gern spricht, sprach der (Kolo)Proktologe bei seinem fundierten, reich bebilderten Vortrag an. 

"Hämorrhoiden wichtig für die Feinkontinenz"

Das Hauptaugenmerk eines (Kolo)Proktologen gelte dem Zusammenspiel von Darm, hinterem Schließmuskel und Beckenboden, erklärte er. Ausführlich ging Sven Scheider auf Hämorrhoidalleiden ein. „Hämorrhoiden sind Teil der normalen und gesunden Kontinenz“, führte er aus. „Sie sind wichtig für die Feinkontinenz.“ 

Beschwerden durch langes Sitzen 

Durch Vergrößerung der regulären Gefäßpolster und durch Schädigung der „Aufhängungen“ im Analkanal könne es allerdings zu Beschwerden kommen. Ursachen für Hämorrhoidalbeschwerden seien ballaststoffarme Kost, langes Sitzen, erhöhter Druck im Bauchraum, genetische Veranlagung und ungünstige Stuhlgewohnheiten. 

Hämorrhoiden der Grade III und IV schmerzhaft

Als Symptome benannte er Schmerzen, Juckreiz, Stuhlschmieren, peranale Blutungen und Hautreizungen. Bei der Behandlung komme es auf die Schwere der Erkrankung an, die in vier Grade unterteilt werde. Während erstgradige Hämorrhoiden noch keiner Behandlung bedürften, müssten Hämorrhoiden der Grade III und IV meist operativ entfernt werden.

Analfissuren, sprich Einrisse im Analkanal

Auf klassische und innovative Operationstechniken ging er ein. Als sehr schmerzhaft bezeichnete der leitende Oberarzt Analfissuren, sprich Einrisse im Analkanal. „Bei der Therapie stehen konservative Methoden im Vordergrund“, erklärte er. Schmerzstillende Salben, Stuhlregulierung und lokale Wundbehandlung mit Sitzbädern würden eingesetzt. 

Einblutung im Bereich der Venen

Bei einer Perianalvenenthrombose, die durch eine Einblutung im Bereich der Venen des Analrandes entstehen könne und sich durch plötzliche starke Schmerzen bemerkbar mache, sei durch einen Einschnitt eine rasche Schmerzentlastung zu erreichen. In lokaler Betäubung sei ein solcher Eingriff möglich. 

Anorektale Fisteln sollten chirurgisch "saniert" werden

Als weiteres Krankheitsbild sprach der Mediziner anorektale Fisteln, die sich aus einem Abszess oder einem Infekt entwickeln können, an. „Jede Fistel sollte chirurgisch saniert werden“, riet Sven Schröder. „Zuerst wird meistens der Abszess gespalten und in einer zweiten Operation wird dann die verbliebene Analfistel saniert.“ Vorteil sei die geringe Rezidivrate, Nachteil eine mögliche Stuhlinkontinenz. Verschiedene OP-Techniken stellte er vor. 

Thema Mastdarmvorfall (Rektumprolaps)

Abschließend behandelte der leitende Oberarzt das Thema Mastdarmvorfall (Rektumprolaps). Kindlicher Prolaps werde konservativ behandelt, führte er aus. Beim Mann trete die Erkrankung überwiegend zwischen dem 3. und 5. Lebensjahrzehnt auf. Frauen seien häufig im Alter davon betroffen. Bei bettlägerigen Patienten, die an einem Prolaps leiden, sei ein künstlicher Darmausgang anzuraten, erklärte Dr. Schröder.

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