Lehrreicher als jede Ermahnung

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Der ehemalige Kreisobermedizinalrat Joachim Festl (links) zeigt Melanie Merkert und Nina Meerawski (rechts) eine Herz-Lungen-Wiederbelebung. ▪

HALVER/LÜDENSCHEID ▪ Statistiken, Ermahnungen, der erhobene Zeigefinger: Es gibt viele Möglichkeiten, gerade junge Verkehrsteilnehmer auf die Gefahren im Straßenverkehr hinzuweisen. Die wohl lehrreichste Methode aber dürfte wohl die Veranschaulichung der Folgen eines Unfalls sein – aus Sicht der Opfer, aber auch der Helfer vor Ort.

Genau darauf setzt das Projekt „Traffic Deadline – Der Tod auf dem Weg nach Hause“, das am Freitag Schülerinnen und Schüler des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs schockierte, aufklärte und zur Vorsicht mahnte.

„Diese Veranstaltung werden wir nicht vergessen“, sagten etwa Gürkan Besirlioglu und Vincent Vitt. „Dass Fehlverhalten im Straßenverkehr so heftige Ausmaße nach sich ziehen kann, hätten wir nie vermutet. Wir haben höchsten Respekt vor den Unfallopfern, die uns ihre Erfahrungen geschildert haben. Die Bilder waren interessant, aber schockierend. Wir werden jetzt viel bedachter Auto fahren. Das geht so schnell…“, staunten Besirlioglu und Vitt, die vor allem einen Rat beherzigen wollen, wenn sie sich hinters Steuer klemmen: „Im Straßenverkehr muss es ein Miteinander geben, kein Gegeneinander.“

Fünf Stunden lang erzählten Helfer und Opfer den Jugendlichen von Ursachen und Folgen von Verkehrsunfällen – und zeigten auf, dass vor allem durch unangepasste Geschwindigkeit schnell Schicksale geschrieben werden können.

Verschiedene Einsatzkräfte, darunter Polizisten und Feuerwehrleute, stellten ihre Aufgabenbereiche vor, Notfallseelsorger berichteten über ihre Aufgaben bei einem Einsatz. Alle machten deutlich, dass ihr Job eben kein Alltagsgeschäft sei, wenn sie Schwerverletzte nach Unfällen medizinisch zu versorgen, psychologisch zu betreuen oder ihnen gar beim Sterben zusehen zu müssen.

Am eindringlichsten aber waren für die Schülerinnen und Schüler die Schilderungen von Unfallopfern, die nicht nur über Leid und Schmerzen, sondern auch über die Konsequenzen für ihr weiteres Leben berichteten. Die Auseinandersetzung mit Behörden, Gerichten und Versicherungen nicht zu vergessen.

Ziel des Projektes „Traffic Deadline“, das vom Interessenverband für Unfallverletzte Lüdenscheid und der Gruppe Leitender Notärzte des Märkischen Kreises mit Unterstützung des Netzwerks Verkehrssicherheit im Märkischen Kreis durchgeführt wird, ist die Senkung der Unfallzahlen. An der Durchführung des Projektes interessierte Schulen können sich bei Dr. Frank Mewes telefonisch unter 0 23 51 / 3 99 94 melden. ▪ Christina Grégoire

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