Projekt Denkfabrik: Zu neu, um schnell zu sein

Mitglieder der Projektgruppe Denkfabrik erklärten gestern den Stand der Dinge: (v.l.) Lothar Matzner, Lars Bursian, Michael Walker, Pina Giordano und Martin Bärwolf.

LÜDENSCHEID - Die Mitglieder der Projektgruppe „Denkfabrik“ im Rathaus sehen sich als Geburtshelfer. Zur Welt kommen soll ein einzigartiger Bildungsstandort. Die Denkfabrik soll eines Tages, getragen von heimischen Unternehmen, Kinder und junge Leute aus Lüdenscheid und Umgebung für Technik begeistern, sie als Fachkräfte gewinnen, die heute schon schmerzlich vermisst werden. Und sie soll ältere Arbeitnehmer für neue Aufgaben fit machen, wie Bürgermeister Dieter Dzewas erklärte.

Der Vorgabe der Regionale 2013 für Südwestfalen folgend, entwarf die Projektgruppe dafür mit Betrieben und Schulen eine noch nie dagewesene Idee. „Das Konzept der Denkfabrik ist so neu, dass es in den Landesministerien keine passgenauen Fördertöpfe gibt“, weiß Lothar Matzner, Experte für Fördermittel in der Abteilung Bauservice der Stadt.

„Die Denkfabrik ist hoch komplex, sie braucht Geld, und sie ist ihrer Zeit voraus“, ergänzte die Regionale-Beauftragte der Stadt, Giuseppina Giordano. Deshalb brauche man jetzt länger als andere Städte, um die Hausaufgaben für den dritten, den entscheidenden Förder-Stern, zu erledigen. Während dieser Stern für andere schon im Advent leuchtet, setzen die Lüdenscheider auf ein Gespräch im NRW-Wirtschaftsministerium Ende Januar. Dann könne die grundsätzliche Zusage des Landes erfolgen, und die Bewerbung um den dritten Stern wäre im Frühjahr entscheidungsreif. Die Verspätung macht den Denkfabrikanten wenig Kopfschmerzen: „Das ist die Regionale, das sind nicht die Bundesjugendspiele“, auf einige Wochen komme es hier nicht an.

Doch im Januar zeigt sich, ob die Überzeugungsarbeit, die in vielen Düsseldorfer Amtsstuben und unzähligen Telefonaten geleistet wurde, Früchte trägt. Denn es gibt, das stellte Planungsamtsleiter Martin Bärwolf fest, trotz aller positiven Signale aus Düsseldorf und Arnsberg immer noch das Risiko einer nicht ausreichenden Förderung, die vieles in Frage stellen würde.

Die vom Zeitpunkt her ungewöhnliche Förderzusage für 70 Prozent der bisherigen Planungskosten und das am 1. Dezember eingetroffene Ja zur Förderung des Architektenwettbewerbs für Phänomenta-Brücke und Parkhaus bewertet Pina Giordano indes als „echte vertrauensbildende Maßnahmen“ des Landes.

Gibt es im März grünes Licht für Phänomenta-Ausbau und Technik-Zentrum, fängt die eigentliche Arbeit erst an, mit der man 2013 noch nicht fertig wäre. Sicher ist laut Bärwolf, dass 2014 noch „ein dickes Baujahr“ und das Jahr der Präsentation würde.

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