Sport für Menschen mit Demenz

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Udo Terschanski, Christine Fischer, Brigitte Klein, Christa Timm und Martina Achenbach (vl.li.) stellten das Projekt „Sport für Menschen mit Demenz“ vor.

Lüdenscheid - Demenz und sportliche Betätigung schließen sich keinesfalls aus. Eine Kooperation zwischen dem Seniorenzentrum Amalie-Sieveking-Haus und den Turbo-Schnecken gibt es bereits seit 2013. Christa Timm von den Turbo-Schnecken besucht einmal in der Woche die Einrichtung an der Annabergstraße.

„Der Bewegungsdrang spielt eine große Rolle bei Menschen mit Demenz“, weiß sie. „Und es kommt viel zurück, ein Lächeln, ein Nicken, ein Lachen.“ Ganz leichte gymnastische Übungen von Kopf bis Fuß führt Timm gerade für diese Zielgruppe durch. „Waren es anfangs acht bis zehn Teilnehmer, so sind des jetzt 18.“

Bald können es noch mehr werden. Turbo-Schnecken und Amalie-Sieveking-Haus gehören zu den insgesamten 73 Teilnehmern, die sich an dem Modellprojekt „Sport für Menschen mit Demenz“ beteiligen, das der Landessportbund NRW und der Behinderten-Sportverband auf die Beine gestellt haben. „Wir haben uns gleich beworben“, sagen Brigitte Klein, Vorsitzende der Turbo-Schnecken, und Martina Achenbach, Leiterin des Sozialen Dienstes im Amalie-Sieveking-Haus.

Ziel ist es, Menschen mit Demenz mehr am Leben teilnehmen zu lassen, sie aus der Isolation in den eigenen vier Wänden herauszuholen. „Gemeinsam statt einsam“, lautet die Devise, sagt Klein. Deshalb soll das Angebot im Amalie-Sieveking-Haus weitere Kreise ziehen, und allen zur Verfügung gestellt werden.

Eine Auftaktveranstaltung für alle Interessierten, Betroffenen und Angehörigen findet am Samstag, 21. Februar, um 11 Uhr im Schneckenhaus an der Bräuckenstraße 95 statt. Informationen und Bewegungsbeispiele wird’s an diesem Tag geben, bevor das Projekt zunächst vom 3. März bis zum 3. Juni dauert. Die Teilnahme kostet 120 Euro. Inwieweit die Krankenkassen die Kosten oder einen Teil der Kosten übernehmen, müssten die Angehörigen klären, hieß es am Dienstag. Das Angebot werde es im Anschluss weiter geben.

Das Landesprojekt wird von der TU Dortmund wissenschaftlich begleitet. Die Erfahrungen der jeweiligen Einzelprojekte werden gebündelt und münden in einen Leitfaden für Vereine.

Von Martin Messy

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