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Preis-Wucher im MK? Arbeiter schaut aufs Dach: „Das macht 1.200 Euro“

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Von: Jan Schmitz

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Bei Fritzlar: Tragischer Unfall - Dachdecker stürzt von Haus in den Tod.
Vermeintliche Handwerker wollten offenbar einen Senior abzocken. © Symbolbild: picture alliance/dpa

Zeuge eines außergewöhnlichen Handwerker-Besuchs wurde ein Anwohner an der Parkstraße in Lüdenscheid-Brügge. Die angeblichen Dach- und Fassadenreiniger schauten nach oben aufs Dach und forderten nach einem kurzen Arbeitseinsatz 1.200 Euro. Ist das schon Wucher?

Der normale Ablauf eines Handwerker-Einsatzes: Kunden-Anfrage, Besichtigung vor Ort oder virtuell, Kostenvoranschlag mit Leistungsbeschreibung, Terminabsprache, Leistungserbringung, Rechnung, Bezahlung. Am Donnerstag wollten angebliche Handwerker in Lüdenscheid diesen Ablauf extrem verkürzen. Am Morgen fuhren sie bei einem 88-jährigen Hauseigentümer an der Parkstraße vor und behaupteten, sie wären angerufen worden und hätten hier einen Termin.

Die zwei Männer gaben sich als Dach- und Fassadenreiniger aus und stellten für sich fest, dass an dem Dach etwas gemacht werden müsste. Unten stehend schätzten sie die Kosten für eine „Dachabdichtung“ auf 1.200 Euro und ließen sich einen Zettel von dem Senior unterschreiben. Anschließend kletterten sie aufs Dach. Durch Zufall kam der Sohn des 88-Jährigen vorbei und stellte die zwei Männer, die laut Visitenkarte für eine Firma aus Mönchengladbach Dach-, Fassaden- und Steinreinigungen durchführen, zur Rede.

Eine Rechnung sollte es nicht geben, nicht einmal eine Durchschrift des Arbeitsauftrags. Es kam zum Streit, in dessen Verlauf die beiden Handwerker anboten, den Preis auf 550 Euro zu reduzieren. Ein Deal, auf den sich der Sohn nicht einließ. Er verwies die beiden Männer des Grundstücks und rief die Polizei. Die eingesetzten Beamten nahmen die Personalien auf und die Anzeige wegen Betrugs entgegen. Wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski auf Anfrage sagte, war es am Donnerstag der einzige derartige Fall in Lüdenscheid. Ob es sich um Wucher handelt, müsste die Staatsanwaltschaft nach Abschluss der Ermittlungen beurteilen.

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