Praxis-Parcours: Fachkräfte von morgen gesucht

LÜDENSCHEID - Friseurin? Klar! Maurer? Kenne ich! Verfahrensmechaniker? Nie gehört! So in etwa könnte ein Gespräch mit Jugendlichen über das Wissen um die aktuellen Ausbildungsmöglichkeiten ablaufen, wenn es nach den Mitarbeitern des Kunststoffinstitutes Lüdenscheid geht. Zum fünften mal luden sie gestern ins Rathausfoyer zum Praxis-Parcours ein, bei dem Lüdenscheider Schüler zumeist zum ersten Mal mit Kunststoff und den damit verwandten Berufen in Berührung kamen.

An fünf Tischen sitzen hier die Schülerinnen und Schüler und lassen sich von Auszubildenden aus regionalen Unternehmen erklären, wie die Ausbildungen zum Verfahrensmachaniker oder -techniker ablaufen. Die Klasse 8 der Adolf-Reichwein-Gesamtschule ist mit ihrem Lehrer Dr. Egbert Koch vertreten und übt gerade die handwerklichen Fähigkeiten beim Drahtbiegen. „Es ist wirklich erstaunlich, wie geschickt besonders die Mädchen dabei sind“, findet Eva Hitzegrad vom Kunststoffinstitut.

Eine Station weiter müssen die Gesamtschüler riechen, denn: „Am Geruch von angekokeltem Kunststoff kann der Mechaniker erkennen, womit er es zu tun hat“, erklärt Elevli Tulip, der von seiner Ausbildung zum Verfahrensmechaniker bei Mayweg in Halver berichtet und die Schüler an Polyamid oder Polypropylen riechen lässt.

An einem der anderen Tische darf munter gerechnet werden, während nur wenige Meter weiter die Farbzusammensetzung eines Kunststoffes genauer unter die Lupe genommen wird.

Die Schüler freut dieser Tag nahe an der Praxis, auch wenn nicht jeder gleich einen Kunststoff-Beruf ergreifen möchte: „Ich finde es sehr interessant, aber für mich ist das später nichts. Ich möchte lieber in den sozialen Bereich, vielleicht mit Behinderten arbeiten“, meint beispielsweise Sabrina Schiemann. Mihriban Dinc möchte lieber Lehrerin werden, aber „ich finde es gut, dass man hier mal schauen kann, ob man so einen Beruf lernen möchte“. Gestern und heute sind es insgesamt um die 600 Schüler, die am Praxis-Parcours teilnehmen. Für Eva Hitzegrad ist das Ziel damit erreicht: „Wenn wir von denen nur zwei Prozent erreichen, ist viel gewonnen.“ Denn gerade in der Kunststoffbranche herrscht großer Fachkräftemangel. Das Problem: „Die Berufe sind viel zu wenig bekannt“, so Eva Hitzegrad. ▪ pgö

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