Augsburger Puppenkiste im Ratssaal

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Marionetten zum Anfassen: Die Kleinen machten Gebrauch davon.

Lüdenscheid -  Eine fliegende Kiste, die im Ratssaal landet, und vier klitzekleine Kobolde, die ihr entsteigen. Alles Theater, aber mit Sinn. Weit mehr als 300 Kindergartenkinder haben gestern in drei Aufführungen im Ratssaal das Stück „Paula und die Kistenkobolde“ der Augsburger Puppenkiste verfolgt.

Hauptfigur Paula begegnet dabei den Kobolden Freudibold, Heulibold, Zornibold und Bibberbold. Die Namen verraten, dass die Kobolde jeweils für ein Grundgefühl stehen. Das Stück bietet eine spielerische Ebene, mit eigenem Gefühl und dem anderer angemessen umgehen zu können und ist Teil des Kindergartenprogramms Papilio. Die Wirksamkeit dieses Programms, das auch Bausteine zum Einhalten sozialer Regeln und eine Förderung des sozialen Miteinander enthält, ist wissenschaftlich belegt. Soziale und emotionale Kompetenzen bildeten die Grundlage für das Erlernen aller anderen Fertigkeiten, hieß es im anschließenden Gespräch der Kooperationspartner für Papilio im Märkischen Kreis. Eine Schlüsselrolle für die Vermittlung hin zu Kindern und Eltern komme den pädagogischen Fachkräften in den Kindergärten zu.

2013 startete die Drogenberatungsstelle „Drobs“ im Märkischen Kreis die Implementierung des Programms. Mittlerweile sind 45 Fachkräfte in drei Kitas fortgebildet. Der Förderverein der Anonymen Suchtberatung unterstützt die Papilio-Fortbildung „Mit dem Suchtpräventionsprogramm entwickeln Kinder früh die emotionalen und sozialen Kompetenzen, die sie im Jugendalter vor einer Drogenabhängigkeit schützen, sagte Stefan Tertel, Geschäftsführer von Drobs. Er riet zudem, bisweilen das Leben von Kindern zu „entschleunigen“. Seit „Papilio“ in NRW laufe, unterstütze die Barmer GEK das Präventionsprogramm gegen Sucht und Gewalt, hob Bezirksgeschäftsführer Lars Meyborg hervor. Risikofaktoren für Sucht und Gewalt seien bekannt, aber auch die Tatsache, dass soziale emotionale Fähigkeiten Aggressivität und Rückzug vorbeugen, betonte Heidrun Meyer, geschäftsführende Vorsitzende des Papilio-Vereins. Thomas Ruschin, städtischer Beigeordneter, brachte es bei seiner kurzen Begrüßung für Kinder und Erwachsene auf den Punkt: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, zitierte er ein bekanntes Sprichwort und warb für das Präventionsprogramm. Der Auftritt der Kistenkobolde zielte auch auf die Gewinnung weiterer Fachkräfte der Region für das Präventionsprogramm. - usc

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