Passantin findet illegal entsorgte Postsendungen

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Aus dem Container in die LN-Redaktion und dann doch noch zu den richtigen

Lüdenscheid - 300 Briefe im Altpapier: Eine nächtliche Spaziergängerin hat in einem Wertstoffcontainer an der Parkstraße einen ganzen Sack voller Postsendungen gefunden – darunter Umschläge mit Werbe- und Infopost, aber auch private Briefe und sogar ein Kuvert mit einer gerichtlichen Ladung plus Zustellungsurkunde.

Der Sicherheitsdienst der Post AG hat den zuständigen Briefträger ermittelt. Postsprecher Alexander Böhm: „Der Mann leugnet. Aber alle Indizien sprechen gegen ihn.“ Die Post AG hat den für den Bezirk Stüttinghausen zuständigen Briefträger fristlos entlassen. Letzten Aufschluss müssten nun die straf- und disziplinarrechtlichen Verfahren liefern, die dem nun arbeitslosen Briefträger bevorstehen.

„Da lag noch mehr drin“, berichtet die Lüdenscheiderin, die per Zufall in den Container gegenüber vom Eingang zum katholischen Friedhof geschaut hatte. „Aber als ich den Rest später abholen wollte, hatte der Altpapiersammler schon alles abtransportiert.“ Wie viele Briefe der Täter tatsächlich illegal entsorgt hatte, bleibt also ungeklärt.

Die Briefe waren zum größten Teil für Adressaten in dem Bezirk bestimmt, in dem sie gefunden wurden. Die Sendungen waren in erster Linie an Empfänger in Stüttinghausen gerichtet. Ein Stapel Werbepost stammt zum Beispiel von Möbel Sonneborn, ein anderer von VW Piepenstock. Das Arbeitsgericht Iserlohn schickte eine Ladung an einen Stüttinghauser. Durch den Zufallsfund sind dem Empfänger möglicherweise unangenehme Verwicklungen erspart geblieben.

Wie Alexander Böhm erklärt, ist der Ermittlungsdienst der Post AG dem Hauptverdächtigen anhand von Dienst- und Bezirksplänen auf die Spur gekommen.

Der Polizei war der Fall nach Angaben von Pressesprecher Norbert Pusch zunächst offiziell noch unbekannt. Doch mit Bekanntwerden des Fundes werde die Behörde automatisch Strafanzeige erstatten, sagt Pusch. Bei Vergehen dieser Art handele es sich um Offizialdelikte, die die Polizei pflichtgemäß verfolgen müsse.

In Paragraph 206 des Strafgesetzbuches steht unter anderem, dass, wer „zur Übermittlung anvertraute Sendung unterdrückt“, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird.

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