Post von der Bank: Kontoführung wird teurer

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Nein, das ist keine EC-Karte. Die Banken sprechen künftig von Debit-Karte.

Lüdenscheid - Alle Lüdenscheider Bankkunden haben in den vergangenen Wochen Post oder E-Mails ihres Geldinstituts bekommen. Darin werden sie über ein neues Preis- und Leistungsverzeichnis informiert, das ab 31. Oktober gilt. Der Grund für die Änderungen ist allerdings nicht wie sonst üblich eine Gebührenerhöhung, sondern ein neues Gesetz. So ganz ohne einen kleinen Preisaufschlag geht es dann aber doch nicht.

Das sogenannte Zahlungskontengesetz will in seiner neuen Fassung die Bezeichnungen von Finanzdienstleistungen vereinheitlichen. So sollen Kunden Bankleistungen und deren Preise besser vergleichen können. Alle Banken mussten ihre Kunden über die Änderungen informieren. Auf ihren Internetseiten oder per Aushang müssen sie zudem auch künftig alle Entgelte für alle Kontomodelle detailliert und einheitlich aufführen.

An einige vertraute Begriffe werden sich Bankkaufleute und Kunden in der Folge neu gewöhnen. So wird der allgemein verwendete Begriff „Dispo-Kredit“ durch „eingeräumte Kontoüberziehung“ ersetzt. Auch die landläufig als EC-Karte bekannte Karte erhält einen einheitlichen Namen: „Debit-Karte“ im Unterschied zur „Kreditkarte“.

Die Sparkasse Lüdenscheid führt nach eigenen Angaben rund 60 000 Giro-Konten und ist in Lüdenscheid Marktführer. Viele, aber nicht alle Konto-Inhaber müssen sich nun auf leicht erhöhte Kontoführungsgebühren einstellen. Sie wurden per Brief oder E-Mail über eine anstehende Preisanpassung informiert, die zum 1. Januar in Kraft tritt.

Demnach steigt der monatliche Preis für das Konto „Giro Online“ von 3,75 auf 3,99 (+ 6 Prozent). Das sind 2,88 Euro mehr im Jahr. Beim Konto „Giro Individual“ werden nun 3,45 Euro statt 3,25 Euro fällig (+ 6 Prozent). Statt fünf „Freiposten“ sind dann noch eine Bargeldeinzahlung und zwei Bargeldauszahlungen an der Kasse inkludiert. Danach kostet jeder Vorgang einen Euro.

Leicht erhöht wurde auch die Kontoführung für das „Giro-Spezial“ (von 3,75 Euro auf 3,99 Euro), das Geschäftsgirokonto (von 6,95 auf 7,50 Euro) und das „Giro-Classic“-Konto (von 7,95 auf 8,25 Euro). Der Preis fürs „Giro Gold“ bleibt unverändert bei 14,95 Euro; das Konto „Giro Young“ ist nach wie vor kostenlos. Zuletzt hatte die Sparkasse ihre Preise am 1. September 2016 erhöht.

„Die Preisanpassungen sind moderat und entsprechen der allgemeinen Entwicklung“, sagt Sparkassen-Sprecher Thomas Meermann. Die anhaltende Nullzinsphase sei ein „erheblicher Treiber dafür, dass wir die Preise für unsere Dienstleistungen anpassen müssen.“ Damit ist die Sparkasse nicht alleine. Mittlerweile bepreisen fast alle Banken ihre Dienstleistungen, insbesondere die mit direktem Kundenkontakt. Früher dagegen waren die gleichen Angebote häufig kostenlos – aber durch die zuverlässig sprudelnden hohen Zinserträge am Kapitalmarkt „quersubventioniert“. Thomas Meermann betont daher, dass der Zahlungsverkehr, den die Sparkasse für ihre Kunden abwickelt, eine „gute Dienstleistung ist, die ihr Geld wert ist.“ Viele Kunden machten mittlerweile die private Buchführung mit Hilfe ihres Girokontos.

Auch die frisch fusionierte Volksbank in Südwestfalen eG hat an der Preisschraube gedreht – allerdings nur für Neukunden und nur im Gebiet der ehemaligen Volksbank im Märkischen Kreis. Hier wurden die Preise an die etwas höheren Kontoentgelte im Geschäftsgebiet der ehemaligen Volksbank Siegerland angepasst. Nach Angaben von Markus Schäfer, Bereichsleiter Vertriebsmanagement, sind Bestandskunden davon nicht betroffen. Für sie gelten die bisherigen Tarife.

Schäfer ist von den eigenen Konten-Modellen überzeugt. So habe man seit der Fusion im Märkischen Kreis 545 neue Girokonten-Inhaber hinzugewonnen – „das ist in diesen Zeiten ein hoher Wert“, findet Schäfer. Die Volksbank in Südwestfalen führt nach eigenen Angaben rund 80 000 Girokonten. Ihr Geschäftsgebiet reicht von Burbach im Süden bis Balve im Norden.

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