Sie war auf dem Heimweg

Polizisten ohne Maske und Abstand - Temposünderin wundert sich

Eine Herscheiderin wurde von zwei Polizistinnen angehalten, da sie zu schnell gefahren ist. Über die fehlende Mund-Nasen-Bedeckung wunderte sie sich erst später. (Symbolbild)
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Eine Herscheiderin wurde von zwei Polizistinnen angehalten, da sie zu schnell gefahren ist. Über die fehlende Mund-Nasen-Bedeckung wunderte sie sich erst später. (Symbolbild)

Lüdenscheid - Eine Herscheiderin wundert sich über die Vorgehensweise zweier Polizistinnen, nachdem sie zu schnell unterwegs war. Was zu dieser Verwunderung führte, lesen Sie hier:

Eine Autofahrerin aus Herscheid gerät in Lüdenscheid in eine Polizeikontrolle. Wegen überhöhter Geschwindigkeit wird ihr Fahrzeug von einer Polizeibeamtin herausgewunken. Die Temposünderin bezahlt das Verwarngeld vor Ort und fährt davon. Erst zuhause fällt ihr auf, was sie die ganze Zeit über störte: Trotz Corona-Pandemie hatten sich die Polizisten während der Kontrolle weder an den Mindestabstand gehalten noch einen Mund-Nasen-Schutz getragen. 

Die Frau war gerade auf dem Heimweg, als sie von einem Radarmessgerät der Polizei erfasst wurde. Weil sie zehn km/h zu schnell war, wurde sie in Höhe des MVG-Betriebshofs gestoppt. 

Die Herscheiderin erinnert sich: „Zwei Polizistinnen sind an mein Auto herangetreten. Sie trugen keine Maske, ich auch nicht. Als sie den Führerschein und die Fahrzeugpapiere durch das geöffnete Autofenster entgegennahmen, wurde der empfohlene Mindestabstand von 1,50 Meter unterschritten“, berichtet die Frau, die anonym bleiben möchte. 

Ein zweites Mal kam ihr die Polizistin bei der Übergabe des EC-Kartengerätes am Autofenster zu nah. Per EC-Karte und PIN beglich die Temposünderin die 15 Euro Verwarngeld. Und hatte aus Infektionsschutzgründen auch dabei kein gutes Gefühl: „Ich weiß nicht, ob das Kartenlesegerät zuvor desinfiziert wurde.“ 

Die Autofahrerin hat aber noch ein anderes Problem: Sie hätte in Zeiten, wo die Coronaschutzmaßnahmen immer häufiger ignoriert werden, von den Staatsbediensteten eine gewisse Vorbildfunktion erwartet – mit Mindestabstand und Maske. 

Polizeisprecher Christof Hüls kann den Gedanken nachvollziehen, er sagt aber auch: „Für Polizeibeamte besteht im Dienst keine generelle Maskenpflicht.“ Dies sei in einem Ministererlass geregelt, verbunden mit einer Empfehlung, in welchen Situationen die Polizisten Mund-Nasen-Schutz tragen sollten. „Überall dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, wird das Tragen einer Maske ausdrücklich empfohlen, zum Beispiel im Öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel“, sagt Hüls. Nicht zum Eigen- sondern zum Fremdschutz gilt die Masken-Empfehlung auch für Einsätze in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Jedes Polizeiauto sei mit Masken ausgestattet. Es sei aber den Polizisten überlassen, ob sie den Schutz tragen. 

Hüls: „Grundsätzlich ist die Infektionsgefährdung im Einsatz größer. Das wissen auch unsere Einsatzkräfte. Daher werden sie in Zweifelsfällen – zum Beispiel nach einer Festnahme – häufiger auf das Coronavirus getestet.“

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