Polizist tritt als Scheinkäufer auf

LÜDENSCHEID ▪ Wenn illegal beschaffte TÜV-Plaketten und ein Scheinkäufer der Polizei aufeinander treffen, nimmt das für die Anbieter der Dokumente kein gutes Ende. Das bekamen auch zwei Männer aus Lüdenscheid und Iserlohn zu spüren. Sie mussten sich wegen gewerbsmäßiger Hehlerei vor dem Hagener Amtsgericht verantworten.

Dort ließ der Lüdenscheider seinen Verteidiger für sich sprechen: Im Sommer 2010 begibt sich der 45-Jährige mit den Plaketten zum Schrottplatz des Iserlohners. Der kauft dem Lüdenscheider zehn Plaketten für 250 Euro ab und verscherbelt sie weiter. Auf den Geschmack gekommen, wendet sich der Iserlohner kurze Zeit später erneut an den Lüdenscheider. Abermals gehen TÜV-Plaketten sowie dazugehörige Stempel und Blanko-Fahrzeugpapiere über den Tisch. Woher er die Papiere hat, will der Lüdenscheider vor Gericht übrigens nicht sagen.

Freudig erregt einen Abnehmer für die gerade erworbenen Unterlagen gefunden zu haben, trifft sich der Iserlohner mit besagtem Interessenten in einem Fastfood-Restaurant, um den Deal perfekt zu machen. Doch dann die böse Überraschung: Der Angeklagte sitzt einem „Wolf im Schafspelz“ gegenüber, denn bei dem angeblichen Abnehmer handelt es sich um einen Scheinkäufer der Polizei. Die illegalen Machenschaften fliegen auf, es kommt zur Anklage wegen Hehlerei. Vor Gericht gibt es einen kurzen Prozess – beide Angeklagten kassieren einjährige Bewährungsstrafen. Eigentlich sollte noch ein dritter Mann auf der Anklagebank sitzen. Von dem fehlte jedoch jede Spur. Sein Verfahren wird nun separat verhandelt.

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