Polizeikampagne gegen Taschendiebstähle

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Gemeinsam engagiert: Peter Bökenkötter (l.) und Jochen Sulies (r.) von der MVG sowie Michael Hufnagel (hi.), Frank Enser und der neue Pressesprecher Marcel Vormann von der Polizei.

Lüdenscheid - Die Aufklärungsquote der Kripo nach Taschendiebstählen stagniert bei mageren sechs Prozent. Dieser Erkenntnis stehen steigende Deliktzahlen gegenüber. Zum Anbruch der „dunklen Jahreszeit“ mit ihren Herbstfesten und Weihnachtsmärkten ruft die Polizei landesweit eine neue Kampagne ins Leben und hat dazu in Lüdenscheid mit der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) einen Partner im Kampf gegen Taschendiebstähle gefunden. Motto der Kampagne: „Augen auf und Tasche zu!“

In den nächsten Monaten wirbt das Kommissariat Kriminalitätsprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde mit 30 Plakaten in Linienbussen für mehr Aufmerksamkeit und Zivilcourage. Auch in öffentlichen Gebäuden oder Einkaufszentren – wie etwa im Stern-Center – wollen die Ermittler das Thema im Bewusstsein der Bevölkerung in den Vordergrund rücken.

Michael Hufnagel und Frank Enser vom zuständigen Kommissariat führen die geringe Aufklärungsquote unter anderem darauf zurück, dass die Opfer Taschendiebstähle oftmals erst längere Zeit nach der Tat oder auch gar nicht bemerken. Das wiederum hat mehrere Gründe. Hufnagel: „Die Täter sind äußerst kreativ und haben immer eine Reihe von Tricks auf Lager.“ Dazu gehörten Ablenkungsmanöver, die für Passanten spontan als solche gar nicht zu erkennen sind.

Natürlich können auch Linienbusse der MVG zum Tatort werden. Aber nach Angaben der Vorbeugungsspezialisten auch nicht häufiger als andere Orte. Wie MVG-Prokurist Peter Bökenkötter und sein Pressesprecher Jochen Sulies betonen, spielen verlorene Gegenstände und Fundsachen eine weitaus größere Rolle im alltäglichen Geschäft als Taschendiebstähle. Busfahrer seien im Rahmen der Notrufpartnerschaft zwischen MVG und Polizei ohnehin seit mehr als zehn Jahren für die Fahrgäste ansprechbar. Bei der Kampagne „Augen auf und Taschen zu!“ setzt die Polizei vielmehr auf „das große Potenzial“ des Busunternehmens, wie Frank Enser sagt. „Ab Herbst steigt eben auch die Zahl der Fahrgäste.“

Zusätzlich zu der Plakatkampagne werden Beamte des Bezirksdienstes in den nächsten Monaten auf Wunsch auch Flyer verteilen.

Von Olaf Moos

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