Wer stach vor aller Augen zu?

Polizei vernimmt Teilnehmer der Kurden-Mahnwache - "Widersprüchlich"

Lüdenscheid – Die juristische Aufarbeitung der gewalttätigen Zusammenstöße zwischen Kurden und türkischen Störer bei einer Mahnwache auf dem Sternplatz am vergangenen Mittwoch wird die Behörden noch längere Zeit beschäftigen. 

Im Fokus der Ermittler stünde derzeit die Aufklärung der gefährlichen Körperverletzung, bei der ein 50-jähriger Deutsch-Türke mutmaßlich durch einen Messerstich schwer verletzt wurde, teilte der Hagener Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli mit. Nach wie vor ist unklar, wer dem Opfer den Stich in den Rücken versetzte. 

Derzeit würden Zeugen und Teilnehmer der Kundgebung befragt. Pauli: „Das Aussageverhalten ist – wie in diesen Fällen häufig – widersprüchlich und zögerlich.“ Weitere Straftatbestände würden nachrangig behandelt, aber ebenfalls verfolgt. 

„Sie sind ja gut dokumentiert“, erklärte der Oberstaatsanwalt angesichts umfangreichen Video- und Fotomaterials, das die Ermittler derzeit auswerten.

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Unterdessen teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums mit, dass die Polizeibehörden anlässlich des Einmarsches der türkischen Truppen in Nordsyrien mit Schreiben vom 7. Oktober an einen Innenminister-Erlass aus dem Jahr 2017 erinnert worden seien. 

Darin werden die Polizeibehörden bei der Begleitung von kurdischen Demonstrationen und Kundgebungen aufgefordert, „bei anlassbezogenen Gewalttaten konsequent einzuschreiten und anschließend eine umfangreiche Beweissicherung durchzuführen“, teilte die Sprecherin mit. 

Die Entscheidung, welche Strategie die Behörde bei Kundgebungen vor Ort verfolge, obliege dabei dem örtlichen Einsatzleiter.

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