Großeinsatz in neun Bundesländern sowie in Litauen und Kroatien

Razzia gegen Bombenbauer: SEK schlägt auch im Märkischen Kreis zu

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Symbolbild

Lüdenscheid - Um 4.30 Uhr stürmte ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei am Dienstag ein Haus an der Herscheider Landstraße in Lüdenscheid. Die Hintergründe dazu gibt es hier.

Im Rahmen eines Großeinsatzes mit rund 1000 Kräften in neun Bundesländern sowie in Litauen und Kroatien hat die Polizei am Dienstag die Internetplattform „xplosives.net“ stillgelegt. Auf der Plattform seien Anleitungen zum Bau von Kriegswaffen und Bomben sowie zur Herstellung von Sprengstoff zu finden gewesen. 

Ein Sondereinsatzkommando (SEK) schlug gegen 4.30 Uhr auch in einem Haus an der Herscheider Landstraße in der Kreisstadt zu. 

Federführend bei der Razzia waren die Polizeidirektion Göttingen sowie die Zentralstelle Internet- und Computerkriminalität (Cybercrime) der Staatsanwaltschaft Göttingen. Hintergrund der Aktion ist laut Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen Straftaten im Bereich des Kriegswaffenkontrollgesetzes, des Waffengesetzes, des Sprengstoffgesetzes und des Betäubungsmittelgesetzes.

22 Verdächtige im Fokus der Ermittler

Wie der Leiter der Zentralen Kriminalinspektion in Göttingen, Mathias Schroweg, sagte, haben die Einsatzkräfte – unter ihnen Kriminaltechniker, Chemiker und Physiker – bei den Durchsuchungen von 34 Häusern, Garagen und Fahrzeugen umfangreich Beweismittel sichergestellt. 

Weiterer Bericht über die Razzia

Außerdem wurden 22 Beschuldigte identifiziert, die jetzt vernommen werden. Es handelt sich dabei um Verdächtige im Alter zwischen 17 und 55 Jahren. Die Beschuldigten sollen „erhebliche Mengen sprengfähigen Materials“ gelagert haben, überdies Grundstoffe zur Herstellung synthetischer Drogen. 

Gefunden wurden zudem Datenträger sowie Lang- und Kurzwaffen und Einhandmesser. Die Behörden ließen die Internetplattform vom Netz nehmen.

Rettungstransportwagen zur Sicherung vor Ort

Über örtliche Details zu Ergebnissen der Durchsuchungen gibt es noch keine Angaben. Unklar ist demnach, ob es an der Herscheider Landstraße Festnahmen oder Sicherstellungen verbotener Materialien gegeben hat. 

An den Einsatzorten waren zur Sicherheit für benachbarte Anlieger zahlreiche Fachkräfte tätig. Von der Feuer- und Rettungswache am Dukatenweg standen vorsorglich Rettungstransportwagen (RTW) parat.

Zugriff auf Internetseite unterbunden

„Die Bedeutung von Ermittlungen im Bereich der Cyberkriminalität hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. Dabei sind es vor allem koordinierte Maßnahmen über Ländergrenzen hinaus, die es ermöglichen, dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten“, erklärt Uwe Lührig, Präsident der Polizeidirektion Göttingen. 

Ein wesentlicher Teil des Erfolgs liege darin, den Zugriff auf das Internetportal dauerhaft zu unterbinden. Lührig: „Durch die Bündelung von Fachwissen und Einsatzkräften konnten wir deutlich zeigen, dass das Internet keineswegs ein rechtsfreier Raum ist.“

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